Hoch gestiegen, zurückgefallen und nun wieder auf Rekordjagd. Das ist die geraffte Fassung der Börsengeschichte von Huber+Suhner in den vergangenen rund anderthalb Monaten.

Konkreter gesagt: Bis Anfang März erklommen die Titel des Verbundtechnikspezialisten das Rekordhoch von 192,00 Franken. Nachdem der Krieg im Iran entbrannt war, ging es hinunter auf 166,00 Franken. Am heutigen Donnerstagvormittag steht die Aktie bei 192,20 Franken, und Investoren fragen sich: Wird die 200-Franken-Marke bald geknackt?

Ja, sie wird erreicht werden, und zwar in den kommenden zwölf Monaten, sagen die Experten der Bank Berenberg sinngemäss. Denn Mitte März hatten sie das Kursziel auf 200 von 172 Franken erhöht und das «Buy»-Rating für Huber+Suhner bestätigt.

Als einen wesentlichen Grund für die positive Prognose nennen die Berenberg-Analysten den Hochlauf von Polatis, eines optischen Schalters des im Herisau beheimateten Unternehmens. Die Produktion sei auf Kurs und der Schalter werde 2026 erste Umsätze einspielen. Die Experten rechnen mit einem Umsatz des Polatis-Schalters von 80 Millionen Franken im Geschäftsjahr 2026. Die EBIT-Marge werde bei 12 Prozent liegen, was einem EBIT-Wachstumsbeitrag von 11 Prozent entspreche.

Zu den Treibern der Aktien zählen denn auch weitere Vereinbarungen mit Rechenzentrumsbetreibern für die Polatis-Schalter. Schub geben dürften zudem Verteidigungs- und Satellitenprojekte, die durch milliardenhohe Ausgaben europäischer Länder getragen werden. 

Gute Noten hat Huber+Suhner ebenfalls von der Zürcher Kantonalbank erhalten. Sie ging Mitte März vom Kurs-Gewinn-Verhältnis von 28 und einem Unternehmenswert-Gewinn-Verhältnis von 21 aus. Die beiden Kennzahlen wiesen die Valoren des Verbundtechnikspezialisten als «sehr attraktiv» aus, zumal damit «nur ein Bruchteil der Zukunftschancen von Polatis diskontiert» sei. Die ZKB stuft Huber+Suhner mit «Übergewichten» ein, sieht sie folglich deutlich besser abschneiden als der Swiss Performance Index.

Reto Zanettin
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