Das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) sank um gut acht Prozent auf 661 Millionen Euro und die Erlöse fielen um 3,8 Prozent auf 6,02 Milliarden Euro, wie der europäische Fernsehkonzern am Donnerstag mitteilte. Im zukunftsweisenden Streaminggeschäft drosselte RTL den Verlust auf 47 Millionen Euro und will hier in diesem Jahr mit 25 bis 50 Millionen Euro erstmals schwarze Zahlen schreiben. Das Marktumfeld sei 2025 schwierig gewesen - mit einem deutlichen Rückgang der Fernsehwerbung und noch mehr Verlagerung vom linearen TV zum Streaming, sagte der scheidende RTL-Chef Thomas Rabe. «Streaming wird zudem der wichtigste Treiber für weiteres Gewinnwachstum in den kommenden Jahren sein.»
Beim operativen Gewinn peilt die Bertelsmann-Tochter für 2026 rund 725 Millionen Euro (plus/minus drei Prozent) an. Der Werbemarkt für klassisches, lineares Fernsehen dürfte aber weiter unter Druck bleiben - und um etwa drei Prozent sinken. Mittelfristig will RTL beim Ebita auf etwa eine Milliarde Euro kommen. Dazu beitragen sollen Künstliche Intelligenz, Kostendisziplin und Synergien von 250 Millionen Euro pro Jahr durch die geplante Übernahme des Bezahlsenders Sky Deutschland. Der Umsatz soll 2026 auf bis zu 6,2 Milliarden Euro steigen. Die RTL-Aktie lag am Vormittag gut ein Prozent im Plus.
Beim Streaming legte der Umsatz im vorigen Jahr um gut 26 Prozent zu auf 509 Millionen Euro - auch aufgrund höherer Abopreise in Deutschland. Zudem kletterte die Summe zahlender Abonnenten um 19,2 Prozent auf 8,1 Millionen. Die Digital-Werbeumsätze stiegen um knapp 28 Prozent auf 517 Millionen Euro, konnten aber den Rückgang der TV-Werbeumsätze nicht ausgleichen.
600 Jobs fallen weg - Dividende steigt deutlich
Der Verkauf von RTL Nederland für 1,1 Milliarden Euro an die belgische Mediengruppe DPG sorgte dafür, dass der Konzerngewinn unter dem Strich um rund 85 Prozent auf eine Milliarde Euro kletterte. Deshalb erhöht RTL seine Dividende auf 5,50 (Vorjahr: 2,50) Euro pro Aktie. Zugleich baut RTL Deutschland wegen des mauen TV-Marktes rund 600 Vollzeitstellen ab.
Einen Seitenhieb auf den deutschen TV-Rivalen ProSiebenSat.1 konnte sich Rabe nicht verkneifen: Der ProSieben-Mehrheitseigner MFE aus Italien mache das, was RTL seit rund 30 Jahren tue: den Aufbau eines europäischen Fernsehverbunds, «in dem aus meiner Sicht die Synergien relativ gering sind». Es bleibe abzuwarten, ob MFE hier höhere Synergien erzielen könne. «Für uns hat das keinerlei Bedeutung.»
Rabe ist seit 2012 Bertelsmann-Chef und seit 2019 auch RTL-Chef. Bei der Konzernmutter scheidet der Manager Ende dieses Jahres aus, bei RTL soll Clement Schwebig bereits im Mai sein Nachfolger werden. Der Franzose kommt von Warner Bros. Discovery und hatte bereits früher für RTL gearbeitet.
(Reuters)

