Die Aktien von SK Hynix trotzten einem allgemeinen Ausverkauf bei KI-bezogenen Werten – dank der Aussicht auf eine üppige Dividendenausschüttung, die mit der Beteiligung des südkoreanischen Speicherherstellers an der japanischen Kioxia Holdings zusammenhängt.
Der koreanische Anbieter von Arbeitsspeicher für KI-Rechenzentren plant eine Sonderdividende in Höhe von rund 16 Billionen Won (12 Milliarden US-Dollar). Damit soll der Grossteil des Gewinns von 20 Billionen Won ausgeschüttet werden, den das Unternehmen in der ersten Jahreshälfte aus seiner Beteiligung an Kioxia erzielt hat. Dies berichtete die Zeitung «DongA Ilbo». Unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen aus dem Investmentbanking meldete die Zeitung zudem, dass SK Hynix die Ausschüttung – die möglicherweise in Raten erfolgt – voraussichtlich am Mittwoch im Rahmen der Bekanntgabe der Ergebnisse für das dritte Quartal ankündigen wird.
SK Hynix teilte in einer Stellungnahme mit, dass verschiedene Optionen zur Rückführung von Kapital an die Aktionäre geprüft würden; eine Entscheidung über die Ausschüttung einer Sonderdividende sei jedoch noch nicht gefallen. Die Aktien von SK Hynix legten zeitweise um bis zu 3 Prozent zu, konnten diese Gewinne im Handelsverlauf am Montag in Seoul jedoch nicht vollständig halten. Die Titel des grösseren Konkurrenten Samsung Electronics gaben um bis zu 1,9 Prozent nach, während die Aktie von Kioxia um 3,7 Prozent fiel.
Der Bericht fällt in eine Zeit, in der Chiphersteller versuchen, Investoren angesichts von Zweifeln an der Nachhaltigkeit des KI-Booms und der Nachfrage nach Speicherchips hinsichtlich ihrer umfangreichen Investitionspläne zu beruhigen. Die wachsende Verschuldung von Betreibern von Rechenzentren veranlasst Investoren dazu, ihre Bestände an KI-bezogenen Aktien zu reduzieren. Dies hat spezialisierte Cloud-Anbieter – darunter das australische Unternehmen Firmus Grid und das britische Unternehmen Nscale – dazu gezwungen, geplante Börsengänge auf Eis zu legen oder zu verschieben.
Die Aussicht auf eine Dividendenzahlung sowie die Entscheidung von SK Hynix, die Notierung seiner Tochtergesellschaft Solidigm in den USA zurückzuziehen, stützen den Aktienkurs kurzfristig, so Kim Namho, Fondsmanager bei Timefolio Asset Management. Doch «dies ist kein Faktor, der einen dauerhaften Anstieg des Aktienkurses auslösen wird», sagte er.
Trotz anhaltender Skepsis hinsichtlich der Nachhaltigkeit der boomenden Nachfrage bauen die Speicherhersteller Samsung, SK Hynix, Micron Technology und Kioxia ihre Produktionskapazitäten aus – gestützt auf mehrjährige Verträge mit grossen Technologieunternehmen wie Meta Platforms und Amazon. Im Jahr 2018 führte Bain Capital eine Investorengruppe an, an der auch der koreanische Chiphersteller SK Hynix beteiligt war, um die ehemalige Speichersparte der Toshiba für 18 Milliarden US-Dollar zu erwerben. Durch diese Investition erhielt SK Hynix eine indirekte Beteiligung an dem japanischen Flash-Speicherhersteller, dessen Wert seit seinem Börsengang in Tokio im Jahr 2024 stark gestiegen ist.
(Bloomberg/cash)

