Der Spezialitätenchemie-Hersteller Sika publiziert am Freitag, 04. August, die Zahlen zum ersten Halbjahr 2023. Dabei wird Sika erstmals in ihrer grösseren Form Zahlen vorlegen: Nach der Übernahme des deutschen Bauchemieunternehmens MBCC wurde dieses im ersten Halbjahr 2023 während zwei Monaten in den Ergebnissen konsolidiert.

Der positive Akquisitionseffekt wird aber nach Ansicht von Analysten vom starken Schweizer Franken zu einem grossen Teil zunichtegemacht. Die zugrunde liegende Nachfrage nach Bau- und Industriechemikalien dürfte uneinheitlich entwickelt haben - je nach Region. Sehr gut unterwegs ist Sika wohl einzig in der Region Americas dank der Infrastrukturausgaben in Nordamerika.

Bezüglich Profitabilität stellen sich die Experten auf rückläufige Zahlen ein. Positiv auswirken würden sich die durchgesetzten Preiserhöhungen, dem stünden jedoch Kosten für die Integration von MBCC entgegen. Zudem hatte Sika im Vorjahr noch von einem positiven Effekt in Höhe von 140 Millionen Franken aus dem Verkauf des europäischen Industriebeschichtungs-Geschäfts profitiert.

Für das gesamte Jahr 2023 stellte Sika zuletzt eine Umsatzsteigerung in Lokalwährungen von 6 bis 8 Prozent sowie eine überproportionale Steigerung des Betriebsgewinns EBIT in Aussicht. Noch nicht berücksichtigt in diesen Projektionen war der seinerzeit noch bevorstehende Kauf der Firma MBCC. Neue mittelfristige Ziele will Sika Anfang Oktober am Investorentag nennen.

MBCC-Kauf unter Dach und Fach

Sika konnte den Kauf der früheren BASF-Bauchemie (MBCC) Anfang Mai unter Dach und Fach bringen. Ursprünglich hatten die Innerschweizer geplant, den 5,5 Milliarden Franken schweren Deal noch in der zweiten Jahreshälfte 2022 abzuschliessen.

Doch die Kartellwächter hatten Einwände gegen den Deal: Sika musste sich erst von rund einem Drittel des MBCC-Geschäfts trennen und einen Käufer dafür finden. Mit der Akquisition kommt Sika nun zu einem zusätzlichen Umsatz von rund 2 Milliarden Franken.

Sika ist bereits mit angezogener Handbremse ins Geschäftsjahr 2023 gestartet: Im ersten Quartal sank der Umsatz um 3,0 Prozent auf 2,33 Milliarden Franken. Dabei schmälerten negative Währungseffekte die Verkäufe um 4,2 Prozent. In Lokalwährungen betrachtet wäre Sika also um 1,2 Prozent gewachsen. 

Die Baukonjunktur habe sich schwächer entwickelt als im Vorjahreszeitraum, erklärte Sika seinerzeit zum Geschäftsverlauf.

Seit Jahresbeginn gehören die Titel von Sika zu den stärksten Blue Chips. Während der Gesamtmarkt gemessen am SMI ein Plus von rund 5 Prozent verzeichnet hat, haben die Sika-Aktien um gut 22 Prozent zugelegt. Im 2022 büssten die Titel aber etwa 42 Prozent ein.

(cash/AWP)