Analysten erwarten vom ABB-Konzern, der nach der Robotics-Abspaltung aus den Sparten Electrification, Motion und Automation besteht, ein starkes erstes Quartal. Das Management hat für das Startquartal ein Umsatzwachstum von 7 bis 10 Prozent und eine höhere Marge in Aussicht gestellt.
Konkret rechnen die Analysten mit einem Auftragseingang von 9,7 Milliarden Dollar (+1,2 Milliarden Dollar zum Vorjahresquartal) und einem Umsatz von 8,4 Milliarden Dollar. Daraus resultieren ein rund 500 Millionen Dollar höherer operativer Gewinn auf Stufe EBITDA von 1,95 Milliarden Dollar und ein Reingewinn von 1,36 Milliarden Dollar, rund 262 Millionen Dollar mehr als im Startquartal 2025.
Die Trends vom Schlussquartal 2025 dürften laut den Experten weitergelaufen sein, darunter der Rechenzentren-Boom sowie eine verstärkte Nachfrage der Versorger. Davon profitiert vor allem die Elektrifizierungssparte. Dazu kommen positive Währungseffekte und ein Gewinn aus der Veräusserung von Immobilien von rund 380 Millionen Dollar.
Der chinesische Immobilienmarkt dürfte hingegen angespannt geblieben sein. Ausserdem verwässere die volle Konsolidierung von Gamesa Electric die Marge im Bereich Motion.
Für das laufende Jahr werden ein Wachstum von 6 bis 9 Prozent sowie eine leicht höhere Marge angestrebt. Der Ausblick dürfte bestätigt werden. Zudem wird ABB eine Prognose für das zweite Quartal abgeben.
Was sagt das Management zum Iran-Krieg?
Die Analysten achten bei der ABB-Berichterstattung besonders auch auf Aussagen zum Iran-Krieg. Zwar macht der Nahe Osten nur rund 5 Prozent des Gruppenumsatzes aus und auch die Energie- und Frachtkosten fallen nicht stark ins Gewicht.
Die makroökonomische Entwicklung und das Investitionsklima der Kunden könnten jedoch leiden, wenn der Krieg weiter andauert, wie Experten der US-Investmentbank Jefferies betonen. Auch die Zürcher Kantonalbank (ZKB) zieht in einem solchen Fall Schätzungsanpassungen in Betracht.
Derzeit liegen sechs Kauf- und zwei Verkaufsempfehlungen vor. Dem gegenüber stehen 14 Halten-Ratings. Das durchschnittliche Kursziel von 65,15 Franken impliziert ein 12,5-prozentiges Abwärtspotenzial.
(AWP)
