Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - stieg im Februar ‌um ⁠1,0 auf 53,1 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit Oktober, wie ⁠der Finanzdienstleister S&P Global am Freitag zu seiner monatlichen Unternehmensumfrage mitteilte. Damit blieb das an den Finanzmärkten ‌stark beachtete Barometer über der Marke von 50, ab ‌der es Wachstum signalisiert. Von der ​Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem leichten Plus auf 52,3 Punkte gerechnet. «Im ersten Quartal dürfte das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland sichtbar gewachsen sein», sagte Chefvolkswirt Cyrus de la Rubia von der Hamburg Commercial Bank, die die Umfrage sponsert. «Auch für die ‌nächsten zwölf Monate sind die Unternehmen sowohl aus dem Dienstleistungssektor als auch aus dem verarbeitenden Gewerbe recht optimistisch.»

Besonders in der Industrie läuft es besser als zuletzt ​und besser als erwartet. Deren Barometer kletterte dank steigender Aufträge um ​1,6 Punkte und liegt mit 50,7 Zählern ​wieder über der Wachstumsschwelle. «Hurra, die deutsche Industrie wächst wieder», bilanzierte de la Rubia. Damit hätten sich die ‌zarten Andeutungen einer Konjunkturwende zunächst bestätigt.

Auch die Dienstleister legten stärker zu als erwartet. Das Barometer im Service-Sektor kletterte um 1,0 auf 53,4 Punkte und signalisiert somit ein ​robustes ​Wachstum. Die Firmen seien aber bei der ⁠Personalplanung weiter sehr zurückhaltend und hätten die Beschäftigung ​den zweiten Monat in ⁠Folge abgebaut. «Dazu passt, dass die Dienstleister bei den Preisen etwas weniger starke Zuwächse durchsetzen ‌konnten», erklärte de la Rubia. «Insgesamt erscheint es aber möglich, dass in den kommenden Monaten die besseren Entwicklungen in der Industrie auf den Dienstleistungssektor ‌ausstrahlen.»

Die deutsche Wirtschaft war im Schlussquartal 2025 um 0,3 Prozent ​gewachsen. Im Laufe von 2026 dürfte die Konjunktur anziehen und Experten zufolge dank Rückenwind durch die staatlichen Mehrausgaben im Gesamtjahr um rund ein Prozent zulegen. 

(Reuters)