Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer warnt vor einer zu grossen Abhängigkeit Deutschlands von Flüssigerdgas aus den USA. «Ich würde nicht ausschliessen, dass US-Präsident Donald Trump uns irgendwann androht, den Gashahn zuzudrehen, wenn er Zugeständnisse von uns will», sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
Schnitzer plädierte daher für eine Gasreserve und die Diversifizierung der Lieferanten. Als Alternativen nannte sie vorrangig Katar, einige afrikanische Produzenten sowie den wichtigsten Erdgaspartner Norwegen. Daneben gehören die Niederlande und Belgien zu den wichtigsten Lieferländern Deutschlands.
Die Bundesnetzagentur sieht die Gasversorgung in Deutschland trotz zu Jahresbeginn deutlich geringerer Vorräte in den Speichern aktuell als gesichert an. Die Behörde teilte in ihrem Jahresrückblick für 2025 im Januar mit, der aktuelle Füllstand von 47 Prozent sei vor dem Hintergrund veränderter Importmöglichkeiten und neuer Absicherungsstrategien der Händler «in einem angemessenen Rahmen».
Wirtschaftsweise Schnitzer fordert, andernfalls den Gürtel enger zu schnallen: «Sollte es bis in den März oder April hinein sehr kalt sein und das Gas tatsächlich knapper werden, könnte man die Leute auffordern, zurückhaltender zu heizen.»
(Reuters)

