Es gelte, diese zu stärken und auch zu nutzen, um das Wachstumspotenzial zu heben, sagte die Wirtschaftsweise am Dienstag auf dem «SZ Wirtschaftsgipfel». Es gebe hier Nachholbedarf gegenüber den USA. Dies habe vielfältige Ursachen. So sei die Kapitalmarktunion in Europa nicht vollendet. Zudem seien Bürger insbesondere hierzulande «misstrauisch», da sie sich viel weniger an Aktienmärkten engagierten als in anderen Ländern. Angesichts des «immensen Investitionsbedarfs» müssten die Kapitalmärkte nun eine stärkere Rolle spielen.
Grimm verwies darauf, dass nur zehn Prozent der gesamtwirtschaftlichen Investitionen staatliche Investitionen seien, ungefähr 90 Prozent aber aus der Privatwirtschaft kämen: «Und da muss natürlich dieses Wachstum herkommen», fügte die Expertin aus dem Sachverständigenrat Wirtschaft hinzu.
Laut dem Sachverständigenrat sind gut funktionierende Kapitalmärkte von zentraler Bedeutung, um die Wachstumsschwäche zu überwinden. Eine Stärkung des Kapitalmarkts sei für Unternehmen allgemein und dabei insbesondere für Start-ups essenziell, betonen die Wirtschaftsweisen in ihrem Jahresgutachten. Diese trügen massgeblich zu Innovation und Wachstum bei. Während das Volumen an Wagniskapital für junge Unternehmen in Deutschland und in anderen europäischen Staaten gestiegen sei, bestehe im Vergleich zu den USA und Israel weiterhin Nachholbedarf bei der Finanzierung in der Wachstumsphase.
(Reuters)
