Wo Online-Trading noch preiswert ist

Der günstigste Anbieter im Schweizer Online-Börsenhandel ist bis zu 15 Mal günstiger als der teuerste. Der grosse Gebührenvergleich.
25.10.2013 01:00
Von Pascal Meisser
Vorsicht vor hohen Gebühren: Oft fressen sie die Rendite weg..
Bild: Bloomberg

Dieser Artikel ist Teil des Magazins «cash VALUE Trading 2013». Das Magazin kann hier als PDF heruntergeladen oder hier als ePaper gelesen werden.

Der Preisrutsch bei den Börsenhandelsgebühren übers Internet geht unaufhaltsam weiter. Bereits setzen mehrere Anbieter auf so genannte «Flatrate-Gebühren». Das heisst: Die Kosten für den Kauf und/oder Verkauf von Aktien werden pauschal abgezogen und hängen nicht vom gehandelten Volumen ab.
 
Grosse Unterschiede zwischen den Online-Playern

Trotz des herrschenden Konkurrenzkampfs gibt es zwischen den verschiedenen Banken noch immer enorme Kostenunterschiede. Anlegerinnen und Anleger, die häufig an der Börse traden, können alleine mit der richtigen Wahl des Anbieters mehrere hundert bis tausend Franken pro Jahr sparen. Denn je nach Transaktionsgrösse sind die günstigsten Anbieter (cash – banking by bank zwei­plus, Swissquote und 5 Trade der Aargauischen Kantonalbank) bis zu 15 Mal günstiger als die beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS, die mit Abstand zu den teuersten ­Online-Trading-Plattformen gehören.

Das zeigt ein Kostenvergleich der 13 bedeutendsten Internet-Börsenhändler im Segment Aktien Schweiz (siehe Tabelle im Magazin «cash VALUE Trading 2013»). Berücksichtigt wurden im Vergleich die Gebühren, die beim Handel von Schweizer Aktien an der einheimischen Börse anfallen. Daneben können je nach Bank weitere Kosten für das Verwalten des Wertschriftendepots anfallen.

Wie stark diese Kostenunterschiede auf die Jahresperformance schlagen können, zeigt ein simples Rechenbeispiel: Ein Privatanleger, der Aktien im Wert von 10'000 Franken kauft, zahlt bei cash dank des im Juni dieses Jahres eingeführten Pauschaltarifs 29 Franken. Die Credit Suisse verlangt für die gleiche Transaktion 80 Franken, die UBS sogar 90 Franken. Noch frappanter fallen die Unterschiede bei höherem Volumen aus. Wer für 50'000 Franken Aktien handelt, zahlt bei cash oder Easytrading der Basler Kantonalbank noch immer 29 bzw. 30 Franken. Bei den Grossbanken klettern die Gebühren auf bis zu 500 Franken.

Die Differenz zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter frisst also bei jeder Transaktion bis zu einem Prozent der erzielten Rendite weg. Dies summiert sich innerhalb eines Jahres auf eine hübsche Summe.
 
Die Anleger sollten nicht nur die Kosten beachten

Börsianer, die besonders viel traden, fahren deshalb deutlich besser mit Anbietern, die durchgehend pauschale Transaktionsgebühren verrechnen. Zu den günstigsten Flatrate-Anbietern gehören neben cash und Easytrading auch die Migros Bank (40 Franken). Anleger sollten bei der Wahl des richtigen Anbieters aber nicht nur die Kosten, sondern auch die eigenen Bedürfnisse abwägen. Entspricht das jeweilige Internet-Trading-Tool auch tatsächlich den eigenen Anforderungen? Wie häufig will man handeln? Und benötigt man wirklich eine Beratung? Gerade die Grossbanken rechtfertigen ihre hohen Preise mit einer individuellen Vermögens- und Anlageberatung sowie einem breiten Online-Banking-Angebot.

Tatsächlich wäre ein Aufschlag für einen solchen Service gerechtfertigt. Allerdings gibt es je länger, je mehr günstige Anbieter, die zusätzlich ihren Kunden eine umfassende Anlageberatung anbieten – unter ihnen befinden sich mit der Migros Bank und cash auch zwei der günstigsten Trading-Plattformen.

Reine Internet-Börsenhändler wie Swissquote bieten meist keine persönliche Anlageberatung an. Sie stellen ihren Kunden einzig für Fragen zum Angebot und zur Nutzung der Plattform eine Telefon-Hotline zur Verfügung.