Wohin geht Buffetts Lieblingsaktie?

Bei Coca-Cola sprudeln die Gewinne weniger stark, und der Aktienkurs bekundet deutlich Mühe. Starinvestor und Coca-Cola-Grossaktionär Warren Buffett scheint dies nicht zu stören - aus gutem Grund.
16.03.2014 15:07
Von Frédéric Papp
Buffet ist ein bekennender Coca-Cola-Liebhaber.
Buffet ist ein bekennender Coca-Cola-Liebhaber.
Bild: Bloomberg

Die Geschäftszahlen für das 2013, welche Coca Cola vor rund einem Monat publizierte, stiessen den Anlegern bitter auf. Entgegen den Markterwartungen erhöhte sich der US-Umsatz nur marginal, der Gewinn hingegen fiel um 8 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar. Fast die Hälfte der Erlöse macht Coca Cola in Nordamerika. An der Wall Street verlor die Aktie damals 4 Prozent an Wert – seither hat sich der Kurs etwas erholt.

Die Rendite seit Jahresbeginn liegt bei minus 8 Prozent, derweil der Dow Jones bloss 2 Prozent korrigierte. Noch grösser ist der Performanceunterschied aus der 52-Wochen-Perspektive – 11 Prozent plus für die Wall Street, 8 Prozent minus für den in Atlanta domizilierten Süssgetränkeproduzenten.

Buffett hält an Coca-Cola fest

Die Kursentwicklung dürfte Starinvestor Warren Buffett nicht gefallen. Rund 400 Millionen Aktien liegen in den Depots von Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway. Buffett, ein bekennender Fan von Cherry Coke, hält schon seit den 1980er-Jahren Coca-Cola-Aktien. 

In einem kürzlich ausgestrahlten Interview mit CNBC sagte Buffett zwar, dass der Druck auf Coca-Cola weit grösser sei als noch vor zehn oder 15 Jahren. Dennoch wird der Konsum von Coca-Cola-Produkten laut Buffett in den kommenden Jahren überdurchschnittlich stark zunehmen - stärker als die Rate der Weltbevölkerungszunahme. 

Ins gleiche Horn blies auch Coca-Cola-CEO Muthar Kent. Er sei zuversichtlich, 2014 wieder mehr Wachstum generieren zu können, sagte er an der Bilanzmedienkonferenz im Februar. Die Marketingausgaben sollen unter anderem helfen, die Preise stabil zu halten oder sogar leicht anzuheben, besonders in den USA.

Sparen und neue Ertragsquellen erschliessen

Allerdings steht das gezuckerte Imperium aus Atlanta vor grossen Bewährungsproben. So erodiert die Käuferschaft, weil sie langsam auf gesündere Alternativen umschwenkt. Dies zeigte sich auch in den jüngsten Zahlen: Ein Plus bei ungesüssten Getränken und Wassern wurde durch einen Einbruch um drei Prozent bei den zuckerhaltigen Getränken wie Coke Classic wieder getilgt.

Auch die Gesundheitsbehörden sagen dem übermässigen Zuckerkonsum den Kampf an. So tritt zum Beispiel in Mexiko ein Steuer auf gezuckerte Getränke in Kraft. Mexiko führt die Weltrangliste an, wenn es um Übergewicht und Fettleibigkeit geht.

Damit die Gewinne wieder kräftiger sprudeln, zieht Coca-Cola die Sparschraube an. Eine Milliarde Dollar ist jetzt das Sparziel bis 2016. Zudem sollen neue Ertragsquellen angezapft werden. Der Softdrink-Konzern arbeitet an einem Mischsystem für Kaltgetränke mit, das ähnlich wie so manche Kaffeemaschine auf Kapseln beruht. Frühestens gegen Ende des Jahres soll es erscheinen.

Coca-Cola steigt dazu mit 1,25 Milliarden Dollar bei der US-Kaffeefirma Green Mountain Coffee ein. Coca-Cola wird seine diversen Geschmacksrichtungen beisteuern und beim Marktstart helfen. Marktkenner bezeichnen diesen Deal als revolutionären Schritt für den Konzern. Denn Coca-Cola zum selber Mischen aus der Maschine gab es bislang nur bei Fast-Food-Ketten und Restaurants.

Starker Dividendenzahler

In einer kürzlich erschienenen Marktstudie hat die Credit Suisse die Coca-Cola-Aktie auf "Outperform" eingestuft. Die Bank hob für das laufende Jahr den Gewinn pro Aktie von 2,08 auf 2,12 Dollar. Das Kursziel fixiert die Bank bei 46 Dollar. Derzeit notieren die Titel bei 38 Dollar.

Die UBS gibt sich zurückhaltender und nahm die Titel Anfang März mit Neutral in ihr Analysten-Coverage auf (Kursziel 40 Dollar). Die Bewertungen seien nicht überzeugend und der Absatz in den Schwellenländern dürfte weiter stocken. Einzig die Verunsicherung an den Aktienmärkten könnte dem Titel temporär Auftrieb gegen. Im Allgemeinen sei das laufende Jahr aber weniger günstig für "obligationsähnliche" Aktien wie Coca-Cola, so die Analysten.

Für längerfristig orientierte Anleger, die zudem auf der Suche nach einem nachhaltig dividendenstarken Titel sind, ist die Coca-Cola-Aktie auf dem aktuellen Niveau durchaus ein Kauf. Der Aktie wird ein obligationsähnlicher Charakter zugesprochen, weil sie eine stabile und attraktive Dividende zahlt. Der Softdrink-Gigant hat die Dividende in diesem Jahr zum 52. Mal in Folge gesteigert. Seit dem Jahr 1920 erhalten die Aktionäre nun schon eine Dividende. Die entsprechende Rendite beträgt derzeit 3,2 Prozent.