Nebst Donald Trump, Elon Musk oder Wolodymyr Selenskyj sorgte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos noch Jemand für Aufsehen: Emmanuel Macron. Dabei wurde der französische Staatspräsident nicht aufgrund bestimmter Aussagen zum Gesprächsthema, sondern wegen seinem optischen Auftritt.
Seit seiner Ankunft trug der 48-Jährige durchgehend eine blaue Pilotenbrille. Natürlich folgten sogleich Spekulationen: Von medizinischen Gründen bis zu Prügeleien wurden alle möglichen Gründe diskutiert. Selbst Trump spielte während seiner rund einstündigen Rede darauf an. «Ich habe ihn gestern mit dieser schönen Sonnenbrille gesehen. Was zum Teufel ist passiert?»
Rasch wurde seitens Frankreich kommuniziert, dass es sich um einen harmlosen Grund handelt. Er habe seit längerem eine Blutung im Auge und müsse zum Schutz die Brille tragen, so der französische Präsident. «Ihr werdet mich halt so ertragen müssen.»
Wow-Effekt im Shop und an der Börse
In den sozialen Medien wurde die Erscheinung und das Brillenmodell «Pacific S 01» von Henry Jullien mit dem Film «Top Gun» von 1986 mit Tom Cruise verglichen. Man könnte sagen Macrons «Look» ging im Internet viral und bescheherte dem Hersteller Auftragseingänge wie nie zuvor.
Auf der Webseite prangt sogar ein Disclaimer: «Nach der grossen Aufmerksamkeit, die das Modell durch Präsident Emmanuel Macron beim Weltwirtschaftsforum in Davos erfahren hat, verzeichnet unsere E-Shop-Website ein aussergewöhnlich hohes Aufkommen an Besuchen und Anfragen.» Um einen stabilen und sicheren Zugang für alle zu gewährleisten, habe das Unternehmen eine offizielle temporäre Seite eingerichtet, die dem Kauf des Modells gewidmet sei.
Hunderte an Mails und Anfragen seien laut Konzernchef Stefano Fulchir bereits eingegangen. «Im Durchschnitt stellen wir jährlich 100 dieser Pacific-Modelle her, aber angesichts der grossen Aufmerksamkeit, die sie erhalten, müssen wir dieses Jahr vielleicht 1000 Stück produzieren.» Eine Brille kostet um die 660 Euro.
Nicht nur der Shop, auch an der Börse machte sich der Hype bemerkbar. «Das hat an der Börse ganz klar einen Wow-Effekt ausgelöst», bestätigte Fulchir gegenüber Reuters. Die Titel des italienischen Unternehmens iVision Tech schnellten an der Börse in Mailand in den letzten Tagen knapp 50 Prozent nach oben.
Auch am Freitag legen die Titel weitere 10 Prozent zu auf 2,30 Euro - zuvor kostete eine Aktien nur 1,50 Euro. Der Börsenwert des Unternehmens hat sich somit innerhalb einer Woche um mehr als 3,5 Millionen Euro auf 18,06 Millionen Euro verteuert.

