Chinas Präsident Xi Jinping reist zur Stärkung der bilateralen Beziehungen nach Nordkorea und hat zum Auftakt den gemeinsamen Kampf gegen Hegemonie angekündigt. Es ist Xis erste Reise in das Nachbarland seit fast sieben Jahren. Es sei die unerschütterliche Politik der Volksrepublik, die Bande in allen Bereichen auszubauen, um eine faire Weltordnung zu wahren, schrieb Xi in einem am Montag veröffentlichten Gastbeitrag in der nordkoreanischen Staatszeitung «Rodong Sinmun». «Wir müssen uns Hegemonie, Autoritarismus und allen Versuchen (...) zur Wiederbelebung des Militarismus widersetzen», erklärte er. Xi wird am Montag zu dem zweitägigen Besuch erwartet, bei dem auch Gespräche mit Machthaber Kim Jong Un geplant sind.
Die Regierung in Peking bemüht sich, Pjöngjang wieder enger an sich zu binden. Nordkorea ist der einzige formelle Bündnispartner Chinas. Der Austausch zwischen beiden Staaten war während der Corona-Pandemie zum Erliegen gekommen. Inzwischen hat Pjöngjang die Grenzübergänge zu China zwar wieder geöffnet, in der Folge hatte Kim jedoch die Beziehungen zu Moskau ausgebaut. Kim selbst war im vergangenen September bei einer grossen Militärparade in Peking zu Gast, zu der er mit seinem charakteristischen gepanzerten grünen Zug angereist war und bei der Xi auch neben dem russischen Präsidenten Wladimir Putin stand. Nordkorea profitiert wirtschaftlich von der Annäherung an Russland und hat zudem Truppen für den russischen Krieg in der Ukraine entsandt. Experten zufolge will China mit dem Besuch nun auch dem wachsenden russischen Einfluss in Nordkorea entgegentreten.
Überschattet wird die Reise von neuen atomaren Drohgebärden: Kim hatte am Wochenende den Status seines Landes als Atommacht bekräftigt und zuvor einen «exponentiellen» Ausbau des nordkoreanischen Atomwaffenarsenals gefordert. Zudem kündigte Pjöngjang den Bau eines 10.000-Tonnen-Zerstörers an. Ein inhaltlicher Schwerpunkt des Treffens dürfte Diplomaten zufolge jedoch die wirtschaftliche Zusammenarbeit sein. Nordkorea steht am Beginn eines Fünfjahresplans, der unter anderem eine Wiederbelebung des Tourismus vorsieht. Vor der Grenzschliessung Anfang 2020 stellten chinesische Urlauber das Rückgrat der nordkoreanischen Tourismusbranche dar. Zudem strebe China Xi zufolge eine integrative wirtschaftliche Globalisierung an.
(Reuters)

