Für das per Ende März auslaufende Geschäftsjahr 2023/24 bestätigte das Unternehmen die bisherige Zielsetzung, wonach auf vergleichbarer Basis ein Umsatzwachstum von rund 25 Prozent und ein Betriebsgewinn auf Stufe EBIT von mindestens 90 Millionen Franken angepeilt werden. «Wir sehen uns gut auf Kurs, diese Ziele im laufenden Jahr zu erreichen», sagte CEO Simon Michel am Mittwoch im Gespräch mit AWP.

Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz der fortgeführten Geschäftsbereiche um 24,1 Prozent auf 255,4 Millionen. Das Betriebsergebnis (EBIT) hat das Unternehmen auf 39,9 Millionen Franken nahezu verdoppelt. Der Reingewinn kletterte unterstützt von einer tiefen Steuerrate auf 36,6 Millionen sogar noch stärker nach oben.

YspoPump auf dem Vormarsch

Eine wesentliche Rolle beim künftigen Wachstum spielt eine weitere Expansion mit der Insulinpumpe YpsoPump, wo die Umsätze im ersten Halbjahr um mehr als 150 Prozent angestiegen sind. «Wir haben mit gegen 40'000 Anwendern einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Profitabilität im Pumpengeschäft erreicht», so Michel weiter. Bis Ende Jahr sollen es 50'000 sein und damit wäre die Basis für das Erreichen der Gewinnschwelle auf Stufe EBIT gelegt.

«Die ersten Rückmeldungen aus Deutschland stimmen uns sehr zuversichtlich für unser YpsoPump-System,» betonte der CEO. Ab dem zweiten Semester werde sich zudem auch die Oktober erfolgte Marktzulassung in Frankreich positiv auswirken. Im Geschäftsjahr 2025/26 sollen dann mehr als 100'000 Kunden mit Insulinpumpen versorgt werden, womit die EBIT-Marge auf rund 20 Prozent ansteigen sollte.

Zulassungsantrag in den USA

In dieser Zielsetzung für YpsoPump ausgeklammert bleibt der US-amerikanische Markt. «Den Zulassungsantrag bei der FDA wollen wir im kommenden Frühjahr einreichen», so Michel. Eine allfällige Marktzulassung in den USA könnte damit per Mitte 2025 erfolgen.

Bezüglich der Kommerzialisierung wird derzeit immer noch nach einer Lösung gesucht, nachdem der US-Partner Eli Lilly im vergangenen Jahr überraschend die Partnerschaft gekündigt hatte. Neben einer neuen Partnerschaft sei auch ein sogenanntes Hybrid-Modell denkbar, bei dem Ypsomed nicht nur als Distributor in den Markt eintritt, sondern einige Funktionen selber wahrnehmen will.

Hohe Investitionen in China

Für das laufende Geschäftsjahr plant das Medtech-Unternehmen insgesamt Investitionen von etwa 200 Millionen Franken. Zu den grösseren Projekten gehört dabei auch ein neues Werk in China, wo die Produktion im Herbst 2024 aufgenommen werden soll.

Innerhalb der Gruppe sind nach dem per Ende 2022 erfolgten Verkauf der Diabetesfachhändlerin DiaExpert weitere Anpassungen denkbar. «Wir prüfen laufend Optionen für Bereiche, die nicht zum Kerngeschäft zählen», sagte Michel weiter.

An der Börse wurden die Zahlen zum ersten Halbjahr und die Angaben zum Ausblick freundlich aufgenommen. So stiegen die Ypsomed-Aktien im frühen Handel auf 284 Franken und markierten damit ein neues Allzeithoch. Seit Jahresbeginn haben die Titel um rund zwei Drittel an Wert gewonnen.

(AWP)