Ein dritter ernstzunehmender Konkurrent auf dem globalen Markt für Injektionssysteme wird nach Einschätzung von Ypsomed-CEO Simon Michel frühestens Mitte der 2030er-Jahre relevant. Heute kontrollieren Ypsomed und die taiwanesische SHL zusammen rund 90 Prozent des Weltmarktes.

«Es gibt bereits ein Dutzend chinesischer Anbieter von Injektionssystemen», erklärte Michel im Gespräch mit der «Finanz und Wirtschaft». Von denen seien «ein paar wirklich gut». Aber sie seien «weit davon entfernt», ausserhalb von China zu liefern.

«Bis mindestens 2034, respektive mit unseren neuen Plattformen bis in die 2040er-Jahre, haben wir die Patente in der westlichen Welt im Griff», erklärte der FDP-Nationalrat.

Michel betonte zudem, dass Ypsomed von seiner lokalen Produktion in China profitiere, da man direkt die Pharmaindustrie beliefern könne: «Wir gewinnen, wenn die Chinesen gewinnen.» Ypsomeds grösster GLP-1-Kunde sei heute ein chinesisches Unternehmen mit einem Umsatz von gegen 25 Millionen Franken - und das bereits im ersten Jahr.

Novo nur einer von vielen Kunden

Die Aktien von Ypsomed haben seit letztem Herbst rund ein Drittel an Wert eingebüsst. Dazu habe «zu einem gewissen Grad» auch der Kunde Novo Nordisk beigetragen, da bei diesem «nicht alle GLP-1-Forschungsresultate brilliert» hätten.

«Ypsomed hat derzeit über vierzig GLP-1-Verträge, Novo ist einer davon», stellt Michel klar. Heute machten alle GLP-1-Produkte zusammen deutlich weniger als 10 Prozent des Umsatzes aus; Ende des Jahrzehnts werde es immer noch weniger als ein Drittel sein und beim Gewinn nur ein Sechstel.

«Richtig gutes Geld» verdiene Ypsomed mit komplexen Molekülen für aufwendige Medikamente, betonte der Ypsomed-Chef. So etwa in der Behandlung von Autoimmunerkrankungen. «GLP-1 ist eher ein Massengeschäft.»

«Werden nicht enttäuschen»

Zu keiner Aussage verleiten liess sich Michel zu dem per Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr 2025/26. «Aber Ypsomed wird nicht enttäuschen», sagte er. Die Burgdorfer werden ihre Zahlen am 20. Mai vorlegen.

(AWP)