Wegen der anhaltender Konjunkturflaute ist die Zahl der Beschäftigten in Deutschland 2025 erstmals seit dem Corona-Jahr 2020 wieder gesunken. Im Durchschnitt waren rund 46,0 Millionen Menschen erwerbstätig, wie das Statistische Bundesamt am Freitag nach vorläufigen Berechnungen mitteilte.
Das waren 5000 weniger als 2024, als es so viele Erwerbstätige wie noch nie seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990 gegeben hat. Mit Ausnahme des Corona-Jahres 2020 war die Erwerbstätigenzahl seit 2006 durchgängig gewachsen.
«Ursächlich für diese Beschäftigungsentwicklung waren im Jahr 2025 die konjunkturelle Abkühlung auf dem Arbeitsmarkt und – wie bereits in den Vorjahren – die immer stärkeren Effekte des demografischen Wandels», erklärten die Statistiker. Dieser hat zur Folge, dass für die aus dem Erwerbsleben ausscheidenden geburtenstarken Jahrgänge immer weniger junge Erwerbstätige nachrücken.
«Weiterhin stützend für den Arbeitsmarkt waren hingegen die Nettozuwanderung ausländischer Arbeitskräfte sowie eine gestiegene Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung», hiess es. Letzteres sei auf höhere Erwerbsquoten von älteren Personen und Frauen zurückzuführen.
Zuwächse meldeten im vergangenen Jahr allein die Dienstleister. Hier gab es ein Plus von 164.000 (+0,5 Prozent) auf 34,9 Millionen Personen. 75,9 Prozent aller Erwerbstätigen arbeiteten 2025 in den Dienstleistungsbereichen (2024: 75,6 Prozent).
Allerdings fiel die Entwicklung sehr unterschiedlich aus: Einen grossen Zuwachs gab es wie in den Vorjahren im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit mit plus 205.000 Personen (+1,7 Prozent), wobei der Gesundheitsbereich den grössten Anteil an diesem Zuwachs hatte. Zunahmen gab es auch in den Bereichen Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (+16.000) sowie bei den sonstigen Dienstleistungen (unter anderem Verbände und Interessenvertretungen) mit plus 26.000 Personen.
Dagegen ging die Erwerbstätigenzahl bei den konjunkturempfindlichen Unternehmensdienstleistern weiter zurück (-64-000). Im Bereich Information und Kommunikation endete mit einem Rückgang um 10.000 Personen der zuvor neun Jahre und auch über die Corona-Krise hinweg anhaltende Beschäftigungsaufbau. Im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe sank die Zahl der Erwerbstätigen erneut leicht, und zwar um 15.000 Personen.
«Ausserhalb der Dienstleistungsbereiche nahm die Beschäftigung deutlich ab», so die Statistiker. Im Produzierenden Gewerbe sank sie um 143.000 oder 1,8 Prozent auf 7,9 Millionen. Im Baugewerbe ging die Beschäftigung um 23.000 (-0,9 Prozent) auf 2,6 Millionen zurück.
Die restlichen 1,2 Prozent der Erwerbstätigen arbeiteten im Bereich Land- und Forstwirtschaft, Fischerei. Dort waren 3000 Personen weniger erwerbstätig als im Vorjahr, was einem Rückgang um 0,5 Prozent auf 562.000 Personen entspricht. «Damit setzte sich der negative Trend der vergangenen Jahre fort», hiess es dazu.
