Zahlen - Italienischer Versorger Eni schreibt wegen Corona Milliarden ab

Der italienische Versorger Eni rechnet wegen der Corona-Krise langfristig mit niedrigeren Energiepreisen und schreibt deshalb rund 3,5 Milliarden Euro auf seine Vermögenswerte ab.
07.07.2020 06:01
Claudio Descalzi, CEO von ENI.
Claudio Descalzi, CEO von ENI.
Bild: imago images / Italy Photo Press

Die Summe könne um 20 Prozent höher oder niedriger ausfallen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Eni folgt mit dem Schritt Konkurrenten wie BP oder Shell, die wegen der nachlassenden Öl- und Gas-Nachfrage im Zuge der Virus-Pandemie bereits neu kalkuliert haben. Auch der Übergang zu einer kohlenstoffärmeren Energieversorgung führte dazu, dass die Unternehmen ihre langfristigen Prognosen für Öl- und Gaspreise senken.

Eni geht bei der Rohölsorte Brent für das Jahr 2023 nach eigenen Angaben nur noch von einem Preis von 60 Dollar je Barrel aus. Bisher hatte das italienische Unternehmen 70 Dollar für das 159-Liter-Fass einkalkuliert. Der Konzern sieht sich als Vorreiter in dem Industriezweig, der von Investoren zum ökologischen Wandel gedrängt wird, und will seine Treibhausgas-Emissionen um 80 Prozent senken. Konzernchef Claudio Descalzi bekräftigte dieses Vorhaben trotz der Virus-Krise. Vielmehr suche Eni derzeit nach Wegen, wie der Prozess noch beschleunigt werden könne, so Descalzi. 

(Reuters)