Die Aktien von Swiss Re fielen vorletzte Woche auf den tiefsten Stand seit drei Monaten. Inzwischen hat sich der Titel ein wenig erholt. Dennoch sind die Aktien seit Anfang Jahr insgesamt 6 Prozent gesunken. Sie haben sich damit schwächer entwickelt als der Gesamtmarkt (SMI). Bereits 2025 entwickelten sich die Aktien unterdurchschnittlich.
Anleger erhoffen sich nun von den Erstquartalszahlen, die am Donnerstagmorgen bekannt gegeben werden, frische Impulse für den Kurs.
Swiss Re dürfte erneut von einem relativ milden Schadenverlauf aus Naturkatastrophen profitiert haben - dies im Gegensatz zum Vorjahresquartal, das durch die verheerenden Waldbrände in Los Angeles geprägt war. Die Schäden dürften im ersten Startquartal auch klar unter dem Budget von Swiss Re geblieben sein - das laut Analysten bei etwa 420 Millionen Dollar pro Quartal liegen dürfte.
Der Rückversicherer könnte entsprechend seine Reserven weiter aufstocken. Der Gewinn wird trotz des erwarteten milden Schadenverlaufs mit durchschnittlich 1,19 Milliarden etwas unter dem Vorjahr (1,28 Milliarden Dollar) erwartet. Den Versicherungsumsatz schätzen Analysten auf 10,3 Milliarden Dollar von zuvor 10,4 Milliarden Dollar.
Das Management des Rückversicherers hat sich für das Jahr 2026 einen Jahresgewinn von 4,5 Milliarden Dollar vorgenommen, was pro Quartal einem Gewinn von 1,125 Milliarden entsprechen würde. Dass das ausgegebene Ziel unter dem Jahresgewinn 2025 (4,8 Milliarden Dollar) lag, hatte vor allem im späten 2025 zu enttäuschten Reaktionen von Investoren geführt.
Swiss Re-CEO Andreas Berger verwies dagegen auf das relativ milde Schadenjahr 2025 und betonte, dass Swiss Re die Ziele «konsistent» erfüllen wolle. Auch im laufenden Jahr dürfte der Versicherer derweil seine Sparanstrengungen fortsetzen: Ende 2024 hatte Swiss Re Kosteneinsparungen von 300 Millionen bis 2027 angekündigt, was jährliche Einsparungen von rund 100 Millionen impliziert.
Auch Swisscom-Aktie zuletzt gefallen
Ähnlich wie Swiss Re ist auch der Kurs von Swisscom in der jüngsten Vergangenheit auf ein Drei-Monate-Tief gefallen. Allerdings performte die Swisscom-Aktie zuvor sehr viel besser als der Titel von Swiss Re. Nach Aktualisierung der Dividendenaussichten und wegen der Flucht in defensive Aktien während des Iran-Krieges war die Swisscom-Aktie Mitte März bei 727 Franken auf ein Rekordhoch gestiegen.
Ob von den Swisscom-Erstquartalszahlen, die ebenfalls am Donnerstagmorgen veröffentlicht werden, neue Impulse für die Aktien ausgehen, bleibt abzuwarten. Eine Frage wird sein, ob sich die allgemeinen Preiserhöhungen von Swisscom ab April auf die Wechselrate der Kunden ausgewirkt haben.
Analysten erwarten im Schnitt einen leicht geringeren Erstquartalsumsatz von 3,68 Milliarden Franken im Vergleich zum Vorjahresquartal (3,76 Milliarden Franken). Der Reingewinn wird auf 342 Millionen Franken geschätzt (Vorjahr: 367 Millionen Franken).
(cash/AWP)
