Mehrere Kantone haben laut Recherchen der «NZZ am Sonntag» Unternehmen teils umfangreiche Steuererleichterungen gewährt. Die sogenannten «Tax Holidays» seien ein etabliertes Instrument der Standortförderung und stünden grundsätzlich auch Schweizer Firmen offen, würden aber meist zur Ansiedlung ausländischer Unternehmen eingesetzt.

Aus Unterlagen der amerikanischen Börsenaufsicht SEC gehe hervor, dass unter anderem die Kantone Waadt, Luzern und Basel-Landschaft solchen Firmen Steuervergünstigungen zugesprochen hätten. Wie oft und in welchem Umfang Steuererleichterungen gewährt würden, sei jedoch weitgehend unbekannt. Auch der Bund verfüge über keine entsprechenden Zahlen, teilte das Eidgenössische Finanzdepartement der Zeitung mit. Die betroffenen Kantone hätten allesamt betont, dass die Steuererleichterungen im Einklang mit den Steuergesetzen stünden. Ziel sei die Ansiedlung profitabler Unternehmen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Wegen der OECD-Mindeststeuer von 15 Prozent für Unternehmen mit einem Umsatz von 750 Millionen Franken verlieren die Steuererleichterungen in Tiefsteuerkantonen aber an Bedeutung. Viele Kantone würden deshalb auf andere Massnahmen wie Subventionen umstellen, hiess es. Um attraktiv zu bleiben, setzten Kantone wie Basel-Stadt, Graubünden, Luzern, Schaffhausen und Zug auf Förderbeiträge, erstattungsfähige Steuergutschriften, Forschungszuschüsse oder Prämien pro eingesparter Tonne CO2, schreibt die Zeitung.

(AWP)