Der Dollar-Index, der die US-Devise ‌zu ⁠anderen wichtigen Währungen misst, notierte am Donnerstag nahe seines Zweimonatshochs und lag ⁠bei 100,33 Punkten. Der Euro trat bei 1,1512 Dollar auf der Stelle.

In ‌Reaktion auf Aussagen der US-Zentralbank hatte der Dollar ‌am Mittwoch seinen grössten Kurssprung ​seit drei Monaten verzeichnet. «Der Dollar legt beträchtlich zu», sagte Gavin Friend, leitender Marktstratege beim Finanzhaus NAB. «Es sieht so aus, als könnten wir hier für den Dollar in neue Bereiche vorstossen.»

Die US-Notenbank hatte auch ‌unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh den Leitzins nicht angetastet. Die Währungshüter peilten allerdings in ihrem Zinsausblick eine geldpolitische Straffung an. Die am ​Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Federal Reserve ​im Dezember liegt nun bei 85 ​Prozent.

Börsianer sprachen von einem «überraschend falkenhaften Auftritt» des neuen Fed-Chefs. Der Dollar sei der ‌klare Gewinner, sagte IG-Analyst Christian Henke. «Die Aussicht auf höhere Zinsen in den USA macht Anlagen in den Vereinigten Staaten attraktiver und sorgt für ​Kapitalzuflüsse.» ​

Positiv sei zudem, dass Warsh trotz ⁠des politischen Drucks aus dem Weissen Haus ​bislang keine Bereitschaft signalisiert ⁠habe, die Geldpolitik vorschnell zu lockern, sagte Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei ‌Eyb & Wallwitz. «Dies stärkt zunächst den Eindruck einer unabhängigen Notenbank.» Die Herausforderung für Warsh bestehe nicht nur darin, die Inflation ‌zu kontrollieren, sondern auch das Vertrauen in die ​Qualität der Entscheidungen der Zentralbank zu bewahren.

(Reuters)