Investoren wetten in Japan darauf, dass die Notenbanken im Kampf gegen die durch den Krieg im Nahen Osten zunehmende Inflation geldpolitische Straffungen vornehmen werden. Bei der Bank of Japan wird an den Terminmärkten mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 70 Prozent mit einer Anhebung der Leitzinsen im Juni gerechnet. Das trieb die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen japanischen Staatsanleihe am Mittwoch um bis zu sechs Basispunkte auf 2,6 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Mai 1997. Die Renditen fünfjähriger und zwanzigjähriger Anleihen kletterten auf Rekordhochs.
«Die Wetten an den Märkten auf eine baldige Zinserhöhung der Bank von Japan sind in den letzten Handelstagen wieder aufgeflammt, wobei der Yen trotz Anzeichen für Währungsinterventionen schwach blieb», sagte Yuuki Fukumoto, Analyst bei NRI Research. «Die Bank von Japan hat ihren Fokus verlagert und konzentriert sich nun darauf, Preisanstiege einzudämmen, anstatt das Wachstum mit niedrigen Zinssätzen zu fördern», sagte er.
Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) stellen sich die Börsianer darauf ein, dass die Zinsen bis zum Jahresende um 75 Basispunkte angehoben werden und rechnen mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent mit dem Startschuss im Juni. Derzeit liegt der Satz für die Einlagenfazilität bei 2,0 Prozent. Die Renditen europäischer Staatsanleihen notierten nahe ihrer Mehrjahreshochs: Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe trat bei 3,10 Prozent auf der Stelle. Ende März hatte sie mit 3,13 Prozent ihren höchsten Stand seit Juni 2011 erreicht. Ein steigendes Zinsniveau führt in der Regel zu fallenden Anleihekursen, da neue Bonds den Investoren höhere Zinsen bieten, wodurch ältere Anleihen mit niedrigeren Zinskupons weniger attraktiv werden.
(Reuters)

