Die Aktien von Intershop fallen am Donnerstag 1,41 Prozent auf 168,20 Franken und bewegen sich damit im Einklang mit einem insgesamt schwächeren Gesamtmarkt, der gemessen am Swiss Performance Index 0,41 Prozent nachgibt. Seit Jahresbeginn verzeichnen die Valoren dennoch ein Plus von 3,77 Prozent – auf Jahressicht steht gar ein Zuwachs von über einem Viertel zu Buche.

Belastet werden die Titel durch eine neue Studie der Zürcher Kantonalbank. Analyst Ken Kagerer stuft Intershop weiter mit «Untergewichten» ein und begründet dies mit einer aus seiner Sicht zu hohen Bewertung. Die auf kommerzielle Immobilien entlang der Schweizer Hauptverkehrsachsen fokussierte Gesellschaft verfolge eine opportunistische Wertsteigerungsstrategie – Kauf von Liegenschaften mit Entwicklungspotenzial, aktive Bewirtschaftung und anschliessender Verkauf nach Wertrealisierung. Diese Strategie sei zwar historisch erfolgreich gewesen, sei jedoch mit erhöhten Umsetzungsrisiken verbunden.

Nach diversen substanziellen Verkäufen brauche Intershop vermehrt attraktive Zukäufe, um die bisherige Wertschöpfungsdynamik aufrechtzuerhalten. Trotz komfortabler Finanzierung mit einer Loan-to-Value-Quote von 28 Prozent sieht Kagerer Herausforderungen: Hohe Preise und intensiver Wettbewerb im Tiefzinsumfeld dürften Renditen belasten und Reinvestitionen erschweren. Zudem erscheine das Portfolio im Vergleich zur Peer-Gruppe sowohl qualitativ als auch in Bezug auf die Lage weniger attraktiv - was sich unter anderem in einer hohen Leerstandsquote sowie einer vergleichsweise kurzen gewichteten durchschnittlichen Restlaufzeit der Mietverträge widerspiegle.

Der ZKB-Experte sagt eine Dividendenrendite von 3,5 Prozent für das Jahr 2026 voraus. Sie wirkt relativ hoch - «ist angesichts der schwächeren Portfolioqualität und der höheren Geschäftsrisiken jedoch unzureichend», schreibt Kagerer.

Die Einschätzungen der ZKB kommen nach einer bemerkenswerten Kursrally. Seit Herbst 2024 legte die Aktie praktisch ohne Unterbruch um über 46 Prozent zu von 119,40 Franken bis auf ein Allzeithoch von 174,80 Franken Mitte Februar. Die ZKB-Studie dürfte diesen Aufwärtstrend nun zumindest kurzfristig bremsen.

(cash)