Helvetia Baloise hat die Veröffentlichung der Jahresergebnisse im April genutzt, um eine neue Dividendenpolitik zu kommunizieren. Demnach stellt der Versicherungskonzern seinen Aktionärinnen und Aktionären für die Jahre 2026 bis 2028 Dividendenausschüttungen von insgesamt über 2,8 Milliarden Franken in Aussicht. Zudem soll die Dividende für das Geschäftsjahr 2029 um mehr als 50 Prozent über dem aktuellen Niveau liegen. Für das laufende Jahr 2025 wurde eine Ausschüttung von 7,70 Franken je Aktie vorgeschlagen.

Vor diesem Hintergrund hat die Zürcher Kantonalbank (ZKB) ihre Dividendenschätzungen überarbeitet. Grundlage dafür bilden die vom Versicherer kommunizierten Eckwerte sowie der bislang gut verlaufene Zusammenschluss der beiden Gesellschaften. Laut ZKB wurden bereits rund 21 Prozent der bis 2029 angestrebten Synergien von insgesamt 650 Millionen Franken realisiert, weshalb die Bank ihre Prognosen für die kommenden vier Geschäftsjahre angepasst hat.

Für 2026 rechnen die Expertinnen und Experten nun mit einer Dividende von 8,50 Franken je Aktie nach zuvor 9 Franken, für 2027 mit 9,30 Franken statt 9,80 Franken und für 2028 mit 10,40 Franken anstelle von 10,60 Franken. Für 2029 wurde die Schätzung hingegen leicht auf 11,60 Franken von zuvor 11,40 Franken angehoben. Mit diesen angepassten Werten liegt die ZKB jedoch mehrheitlich über den Markterwartungen. Der Konsens sieht für 2026 eine Dividende von 8,24 Franken, für 2027 von 9,23 Franken, für 2028 von 10 Franken und für 2029 von 11,60 Franken vor. 

Laut UBS liegt der Konsens für 2029 dennoch 8 Prozent über den vorherigen Schätzungen. Die kumulierte Dividende für den gesamten Zeitraum liegt laut der Grossbank mehr als 1 Prozent über der eigenen Prognose und über 5 Prozent über dem Marktkonsens von Reuters.

Enttäuschte Anleger und Gewinnwachstum

Die etwas grosszügigere Ausschüttungspolitik war wohl nicht allen Anglerinnen und Anlegern offensiv genug. Nach einer zunächst sehr volatilen Kursreaktion auf die Kombination aus Jahreszahlen und Dividendenankündigung kletterten die Aktien in den darauffolgenden Tagen zwar auf ein Allzeithoch von 225 Franken, gaben seither jedoch rund 7 Prozent nach und notieren aktuell etwa 3 Prozent unter dem Niveau vor der Ergebnispublikation.

Ungeachtet dessen bleibt die Einschätzung der Analystengemeinde überwiegend positiv. Die grosse Mehrheit empfiehlt die Aktien der nun zweitgrössten Versicherungsgruppe der Schweiz zum Kauf. Von neun Analystinnen und Analysten raten lediglich zwei zum Halten und einer zum Verkauf. Diese Zuversicht stützt sich vor allem auf das Gewinnwachstum.

Zwar dürfte der Umsatz gemäss Konsens bis 2029 in einer Bandbreite von 15,1 bis 15,8 Milliarden Franken weitgehend stagnieren, doch dank der angestrebten Synergien und Margenverbesserungen dürfte der Gewinn je Aktie im selben Zeitraum um rund ein Drittel von 11,55 Franken auf 14,75 Franken steigen. Mit einem erwarteten freien Cashflow von rund 11,40 Franken je Aktie, wie aus Daten von LSEG hervorgeht, erscheint die Dividende zudem komfortabel gedeckt.

Die Zürcher Kantonalbank beziffert den fairen Wert der Aktien von Helvetia Baloise auf 245 Franken, während der Marktkonsens das Kursziel derzeit bei rund 225 Franken sieht.

Luca_Niederkofler
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