Das Fünfrappenstück ist ein Unikum im schweizerischen Geldsystem. Es wird als einzige Umlaufmünze aus Aluminiumbronze angefertigt - daher die an Gold erinnernde Farbe. Alle anderen Rappen- und Frankenstücke bestehen aus einer Kupfernickelmischung. Zudem: Laut aktuellen Umfragen wollen zwar 54 Prozent der Leute den «5er» abschaffen; die allermeisten aber wollen grundsätzlich am Bargeld festhalten. Lediglich 11,2 Prozent stellen Münzen und Noten infrage, wie die Edelmetallstudie 2025 des Händlers Philoro und der Universität St. Gallen besagt.

Dieser Befund stimmt weitgehend mit der jüngsten Umfrage zur «Bargeld-Initiative» überein, die eine stärkere Verankerung von Münzen und Noten im Schweizer Recht verlangt und die über die Anfang März abgestimmt wird. 62 Prozent sagen «Ja» oder «eher Ja». 

Worum geht es? Die Geldversorgung mit Schweizer Franken in Form von Münzen und Noten soll in der Bundesverfassung festgehalten werden. Momentan regelt dies das Gesetz, das gewissermassen eine Stufe unter der Verfassung steht. Der Bundesrat sieht in der festeren Verankerung von Bargeld «in erster Linie eine symbolische Wirkung». Die Bedeutung des Bargelds sowie des Frankens als schweizerische Währung würden unterstrichen, schreibt er. 

Die Wahrnehmung der Bevölkerung ist indes eine andere. Bargeld sei nicht von technischen Systemen wie Strom, Kartenlesern und Internet abhängig und biete Schutz vor Überwachung durch Staat und Geldinstitute, lauten den Befragungsergebnissen zufolge starke Motive für die «Bargeld-Initiative». Argumente dagegen sind zum einen: Die auf Franken lautende Geldversorgung sei schon im Gesetz vorgesehen und insofern gesichert. Verbreitet ist auch die Ansicht, Bargeld sei nicht bedroht, das Volksbegehren daher unnötig. 

Über die Initiative und den Gegenvorschlag von Regierung und Parlament wird am 8. März abgestimmt. Auch dieser Gegenvorschlag will das Schweizer Bargeld auf Verfassungsstufe verankern, hält sich im Unterschied zur Initiative aber enger an den Wortlaut des bestehenden Gesetzes.

Im Alltag wird vorwiegend bargeldlos bezahlt

Das Verhalten im Alltag geht indessen weg vom Bargeld hin zu Karten und Bezahl-Apps wie Twint. Laut der jüngsten Zahlungsmittelerhebung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) von 2024 werden 30 Prozent der Einkäufe in Läden, Kiosken und dergleichen noch mit Scheinen und Metallstücken beglichen. 2017 waren es noch gut 70 Prozent. Zugleich ist der Anteil der Karten- und App-Einkäufe auf 67 Prozent angestiegen. Andere Zahlungsmethoden werden für Vor-Ort-Käufe kaum eingesetzt.

Bei Bestellungen, etwa im Online-Handel, überwiegt elektronisches Bezahlen das Bargeld schon länger - naturgemäss, wie man sagen kann. Hierbei sind vor allem Bezahl-Apps und Online-Banking die am meisten genutzten Wege.

Parallel dazu hat die Anzahl Geldautomaten in den letzten Jahren abgenommen. Zum Jahreswechsel 2025/2026 gab es laut Angaben der SNB 5961 solcher Automaten, nachdem es im Frühjahr 2019 noch fast 7300 gewesen waren. Bis damals wurden zusehends mehr Bancomaten respektive Postomaten aufgestellt, wobei die SNB-Zählung bis 2005 und dem Wert von 5375 Stück zurückreicht.

Dass die Bargeldnutzung und die Zahl der Geldautomaten gleichzeitig abnehmen, ist kaum Zufall. Viel eher hängen beide Entwicklungen zusammen. Der Betrieb der Ausgabestellen kostet und wird deshalb von den Geldhäusern zurückgefahren, wenn die Bargeldbezugsquellen weniger und weniger genutzt werden. Und umgekehrt: Wo Bezugsquellen fehlen, schwindet auch die Bargeldnutzung. So ist eine Spirale im Gang, die Bargeld allmählich aus dem Alltag drängt.

Reto Zanettin
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