Zurich Insurance reitet auf einer Erfolgswelle und dürfte die Ergebnisse auch im vergangenen Jahr gesteigert haben. Und wie jedes Jahr schlägt sich ein gutes Resultat auch in einer üppigen Dividende nieder.

Analystinnen und Analysten gehen unisono davon aus, dass die Zurich die Ergebnisse 2025 gesteigert und somit die Rekorde aus dem Vorjahr übertroffen hat. Schliesslich ist es an der Unwetterfront, bis auf die Waldbrände in Kalifornien zu Jahresbeginn mit erwarteten Kosten von rund 200 Millionen Dollar, mehr oder weniger ruhig geblieben. Kommt hinzu, dass die gute Entwicklung an den Finanzmärkten das Ergebnis noch zusätzlich gestützt hat.

Konkret gehen die neun Analysten, die zum AWP-Konsens beigetragen haben, von einem Anstieg des Reingewinns von 5,814 Milliarden Dollar auf 6,477 Milliarden Dollar aus. Der Betriebsgewinn dürfte von 7,75 auf 8,687 Milliarden Dollar ansteigen und das Combined Ratio von 94,2 Prozent auf 93 Prozent fallen. Die Dividende je Aktie dürfte wiederum von 28 auf 30,17 Franken erhöht werden.

Ausserdem erwarten die Analysten, dass die Zurich weiter gewachsen ist. In der Nichtlebensversicherung dürften nebst den vor Jahren angestossenen Wachstumsinitiativen auch weitere Preiserhöhungen zum Ausbau des Prämienvolumens geführt haben. Und im Lebensgeschäft profitiert der Konzern in einem von Unsicherheiten geprägten Marktumfeld von einer guten Nachfrage nach Vorsorgeschutzprodukten. Analysten werden beobachten, ob sich die Preis- und Markttrends für Zurich weiterhin positiv entwickeln.

Übertrifft die Zurich das Renditeziel?

Mit den Geschäftszahlen 2025 dürfte die Zurich beispielsweise die bis 2027 angepeilte Kapitalrendite auf dem Betriebsergebnis erneut übertreffen. Im laufenden, dreijährigen Strategieprogramm hat Konzernchef Mario Greco eine Rendite von über 23 Prozent zum Ziel gesetzt. Zudem soll der Gewinn je Aktie jährlich im Durchschnitt um mehr als 9 Prozent gesteigert werden.

Das hochprofitable Geschäftsmodell kommt auch den Aktionärinnen und Aktionären zugute. Sie dürfen auf eine nächste Dividendenerhöhung in den Bereich von 30 Franken je Aktie hoffen. Auf Aktienrückkäufe wurde zuletzt verzichtet, doch auch ein solcher ist nicht ausgeschlossen.

Was bedeutet KI für die Branche?

An der Börse litten die Aktienkurse grosser Versicherungen, auch der Zurich, jüngst unter KI-Sorgen. Auf dem KI-Chatbot ChatGPT ist es neu möglich, den Nutzern persönliche Versicherungsangebote zu machen. Damit wird ChatGPT zum Vertriebskanal und möglicherweise zu einem gefährlichen Konkurrenten für eine Versicherung.

Auch in Analystenkreisen geht diese Sorge um. Zugleich werden aber auch die Chancen von KI etwa im Schadenmanagement, der Tarifierung oder in der Beratung hervorgehoben. Und es ergeben sich Marktchancen in der Cyberversicherung. Das KI-Thema dürfte die Branche weiterhin stark beschäftigen.

Hat die Aktie noch Potenzial?

An der Börse hat die KI-Belastung im Februar dazu geführt, dass die Zurich-Aktie seit Jahresbeginn mit einem Kursminus von über 5 Prozent dasteht. Allerdings haben die Titel in den vergangenen Jahren stetig an Wert gewonnen. Sie gilt in Anlegerkreisen als beliebte Dividendenaktie mit attraktiven Ausschüttungen.

Kursentwicklung von Zurich in Franken.

Mittlerweile sind viele Expertinnen und Experten wegen des starken Kursverlaufs vorsichtig geworden. Fünf Analysten raten weiterhin zum Kauf, während sechs zum Halten empfehlen - und sogar zehn den Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel wird bei 543,74 Franen gesehen - ein Verlustpotenzial von rund 4,5 Prozent.

(AWP/cash)