Die Zurich-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 abermals mehr verdient. Angesichts der guten Gewinnentwicklung sollen die Aktionärinnen und Aktionäre des Versicherers in den Genuss einer höheren Dividendenausschüttung kommen.

Dennoch nehmen die Anleger Abstand. Die Aktie fällt um 1,3 Prozent auf 560,40 Franken. Ein Grund dafür ist das Wetterglück. Das Nichtlebengeschäft sei von der geringen Zahl grosser Unwetter und den guten Wetterbedingungen für Agrarversicherungen geprägt gewesen, was den Ergebnisanstieg relativiere, so die Bank Vontobel.

Octavian verweist zudem darauf, dass sich der Fokus der Investoren nun auf die geplante Milliardenübernahme des britischen Spezialversicherers Beazley richte. Wie jüngst bekanntgegeben, hat das britische Takeover Board einer Fristverlängerung zur Vorlage eines definitiven Angebots bis zum 4. März zugestimmt.

Gewinnzahlen übertreffen Analystenerwartungen

Der Betriebsgewinn der Zurich rückte im vergangenen Jahr um 14 Prozent auf 8,86 Milliarden US-Dollar vor und der Reingewinn kletterte um 17 Prozent auf 6,80 Milliarden, wie der Konzern am Donnerstag bekanntgab. In beiden Fällen bedeutet das Rekord.

Damit hat die Zurich die Erwartungen der Analysten klar übertroffen. Die hatten im Vorfeld im Durchschnitt (AWP-Konsens) mit einem Betriebsgewinn in Höhe von 8,69 Milliarden Dollar und einem Reingewinn von 6,48 Milliarden gerechnet.

Vom guten Abschneiden werden auch die Aktionäre profitieren. Ihnen schlägt der Versicherer anlässlich der Generalversammlung vom 8. April die Zahlung einer um 2 Franken auf 30 Franken je Aktie erhöhten Dividende vor.

Im 2025 profitierte Zurich, wie die Konkurrenz, von einer eher geringen Schadenlast aus Unwettern. Die Ausnahme waren die verheerenden Waldbrände in Kalifornien zu Jahresbeginn, für die Zurich 200 Millionen Dollar an Kosten veranschlagt hatte.

Darüber hinaus gelang es, die Preise in der Schaden- und Unfallversicherung weiter zu erhöhen und im Vorsorgegeschäft zu wachsen. Einen positiven Einfluss auf die Ergebnisentwicklung hatte überdies das freundliche Börsenumfeld.

«Das Resultat verdeutlicht, dass wir auf sehr gutem Weg sind, unsere Ziele für 2027 zu erreichen oder sogar zu übertreffen und wir bestens positioniert sind, um zukünftige Wachstumschancen zu nutzen», wird Zurich-Chef Mario Greco in der Mitteilung zitiert.

Zurich strebt eine durchschnittliche Steigerung des Gewinns je Aktie von jährlich über 9 Prozent sowie eine Kapitalrendite auf dem Betriebsgewinn von über 23 Prozent an. Letztere lag 2025 mit 26,9 Prozent bereits über dem Zielwert.

Kräftige Steigerung im Nichtlebengeschäft

Die Zurich-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 Ergebnisrekorde erzielt. Treiber war die Schaden- und Unfallversicherung, wo der Konzern das Geschäft weiter ausbauen konnte und auch von einer geringen Schadenlast aus Unwettern profitierte. Aber auch die Lebensparte hat mehr zum Gruppenergebnis beigetragen als im Vorjahr.

In der Schaden- und Unfallversicherung kletterte der Betriebsgewinn um deutliche 22 Prozent auf 5,13 Milliarden US-Dollar, wie die Zurich am Donnerstag mitteilte. Während der Versicherungsumsatz auf vergleichbarer Basis um 4 Prozent zulegte, verbesserte sich der mit Blick auf die Profitabilität der Sparte wichtige Schaden-Kosten-Satz um 1,6 Prozentpunkte auf 92,6 Prozent.

Gewachsen ist die Zurich im Firmenkundengeschäft, wo die Bruttoprämien um 4 Prozent zunahmen. Basis dazu sei die anhaltende Dynamik in den im Fokus stehenden Spezialversicherungen und im Middle Market gewesen. Auch seien die Prämiensätze im Motorfahrzeuggeschäft zweistellig gewachsen. Das Geschäft mit Privatkunden wuchs derweil auf vergleichbarer Ebene um 7 Prozent, auch dank einer Steigerung der Tarife um 5 Prozent.

Den Schaden-Kosten-Satz verbesserte die Zurich in der Sparte um 1,6 Prozentpunkte auf 92,6 Prozent. Höhere Prämiensätze, operative Verbesserungen etwa im Motorfahrzeuggeschäft und tiefere Kosten aus Unwetter führten dazu.

In der Lebensversicherung rückte der Betriebsgewinn um 2 Prozent auf 2,29 Milliarden Dollar vor. Dies nachdem im Vorjahr einmalige Erträge von 154 Millionen das Ergebnis nach oben getrieben haben. Die Bruttoprämien stiegen auf vergleichbarer Basis um 7 Prozent, was auch dank des Wachstums mit Spar- und Vorsorgeschutzprodukten erreicht wurde.

Positiv entwickelte sich auch das Geschäft des US-Partners Farmers, für den die Zurich Dienstleistungen erbringt und dafür Gebühren erhält. Farmers steigerte die Bruttoprämien um 4 Prozent und verbesserte den Kosten-Schaden-Satz deutlich um 6,8 Punkte auf 84,6 Prozent. Die Zurich selber steigerte mit Farmers den Betriebsgewinn um 4 Prozent auf 2,39 Milliarden Dollar.

Ex-Munich-Re-Präsidentin soll in den Verwaltungsrat

Ferner schlägt Zurich Insurance schlägt den Aktionärinnen und Aktionären die Zuwahl von Mary Forrest in den Verwaltungsrat vor. Forrest verfüge über umfassende Fachkenntnisse in der Versicherungsbranche, wie Zurich am Donnerstag in der Mitteilung zum Jahresabschluss 2025 schreibt.

So war sie bei der Munich Re von 2008 bis 2026 als Präsidentin und CEO von North America Life, von 1998 bis 2008 als Executive Vice President Individual Life Services in Kanada und von 1996 bis 1998 als Vice President Individual Life Services in Kanada tätig.

Darüber hinaus soll Jasmin Staiblin neu zur Vizepräsidentin des Verwaltungsrates ernannt werden. Dies als Nachfolgerin von Christoph Franz, der sich aufgrund der Erreichung der maximalen Amtszeit von zwölf Jahren nicht mehr zur Wiederwahl stellt.