Die Zurich-Gruppe kommt bei der geplanten Übernahme des britischen Spezialversicherers einen grossen Schritt weiter. Sie hebt den Preis erneut an und erhält dafür Unterstützung vonseiten des Verwaltungsrats der Briten. Zurich und der Verwaltungsrat von Beazley hätten sich im Grundsatz über die finanziellen Bedingungen zu einem allfälligen Kaufangebot an die Beazley-Aktionärinnen und -Aktionäre geeinigt, heisst es am Mittwoch in einer Mitteilung.
Neu bietet die Zurich gesamthaft 1335 britische Pence je Beazley-Aktie. Dieser Preis setze sich aus einer Barofferte von 1310 Pence und einer Beazley-Dividende zusammen. Dieses Angebot bewerte Beazley Insurance mit rund 8,0 Milliarden Pfund, hiess es weiter. Die Zurich-Aktie steigt am Mittwoch um 1,8 Prozent.
Zuletzt hatte sich der Verwaltungsrat von Beazley kritisch zu den Avancen der Zurich geäussert und das Angebot als zu tief zurückgewiesen. Mitte Januar hatte die Zurich je Beazley-Aktie einen Preis von 1280 Pence je Aktie geboten.
Mit Beazley will Zurich das Geschäft mit Spezialversicherungen weltweit ausbauen. Gemeinsam würden die beiden Gruppen in der Spezialversicherung ein Prämienvolumen von rund 15 Milliarden US-Dollar erzielen. Dieser Bereich der Zurich brachte zuletzt im Jahr 2024 allein Prämieneinnahmen von rund 9 Milliarden Dollar auf die Waage.
In den Medien war bereits darüber spekuliert worden, dass die Zurich den Angebotspreis erhöhen dürfte, um die Gunst des Verwaltungsrats und der Aktionäre zu gewinnen. Marktbeobachter gingen gar von einer Aufbesserung der Offerte um bis zu 10 Prozent aus, was eine Erhöhung auf über 1400 Pence je Beazley-Aktie bedeutet hätte. Soweit ist es nun nicht gekommen.
Derweil hatten sich Analysten bereits vor rund zwei Wochen bei der Vorlage des letzten Angebots positiv zu den Plänen der Zurich geäussert. Mit Beazley könne die Zurich in der Spezialversicherung zu einem der weltweit grössten Anbieter aufsteigen. Mit Blick auf die damit verbundenen Wachstumschancen und die in diesem Geschäft attraktiven Margen sei dies für die Zurich "vorteilhaft", hatte ein Analyst kommentiert.
Das Interesse der Zurich an Beazley sei "strategisch sinnvoll", hatte ein anderer Analyst den geplanten Kauf bewertet. Beazley sei etwa mit Blick auf das Cyberversicherungsgeschäft und die Verbindungen mit dem Lloyds-Konzern ein attraktives Übernahmeziel.
(AWP/cash)
