Die Clariant-Aktie sackte am Montag über 6 Prozent auf 7,205 Franken ab. Damit sind die Zugewinne in diesem Jahr praktisch wieder zunichtegemacht. Im April stieg der Titel noch über 8,40 Franken.

Am Montag litten die Aktien unter einer Studie von Morgan Stanley. Darin wurde die Anlageempfehlung für die Aktie auf Untergewichten von Marktgewichten und das Kursziel auf 7,00 von 8,10 Franken gesenkt.

Dazu erhielt Clariant bereits am Freitagabend eine Schadenersatzklage von Dow Europe in Höhe von rund 1,1 Milliarden Euro im Zusammenhang mit einem Wettbewerbsverstoss bei Ethylen-Preisabsprachen.

Darin geht es um die im Juli 2020 von der Europäischen Kommission sanktionierten Verstösse gegen das Wettbewerbsrecht auf dem Ethylen-Einkaufsmarkt. Clariant, Orbia, Celanese und Westlake hätten sich beim Kauf von Ethylen abgesprochen, um den tiefstmöglichen Preis zu erzielen. Zuletzt waren auch schon Firmen wie Shell, BASF, TotalEnergies, Dow, OMV, MOL Group, Braskem oder LyondellBasell in gleicher Sache betroffen.

Der Spezialchemiekonzern lehnt die Vorwürfe ab und will sich vor Gericht verteidigen. Nach Angaben des Unternehmens belegen wirtschaftliche Analysen, dass das beanstandete Verhalten keine Auswirkungen auf den Markt gehabt habe.

Kommt dazu, dass Clariant im September aus dem SMIM-Index fallen wird und die Nachfrage nach den Aktien womöglich abnehmen wird. 

Clariant hatte nach der Vorlage der Erstquartalszahlen Anfang Mai innert weniger Tage mehr als 10 Prozent an Börsenwert eingebüsst. Nach dem Kursrückgang sah die US-Bank JPMorgan allerdings eine günstige Kaufgelegenheit. Erholungspotenzial scheint also vorhanden.

(cash/AWP)