Das war genau betrachtet fast ein No-brainer, etwas was nicht viel Nachdenken erfordert, aber grosse Chancen bietet. Im September 2024 hatte Unicredit den Kauf von neun Prozent der Aktien der deutschen Commerzbank bekannt gegeben. Wie schon die Übernahme der deutschen HypoVereinsbank im Jahr 2005 gezeigt hatte, war damit ziemlich klar: Die Italiener würden weitere Commerzbank-Aktien einsammeln.
Was geschehen ist – dazu gleich noch mehr. Meine Empfehlung von Commerzbank an dieser Stelle damals im Herbst 2024 war somit ein Volltreffer. Die Aktie der Bank bringt seither ein Plus von 130 Prozent, hat sich also schon mehr als verdoppelt. Und da ist noch mehr drin.
Wie erwartet hat das Geldhaus aus Mailand in den letzten beiden Jahren weitere Anteile am DAX-Konzern aus Frankfurt hinzugekauft. Der Anteil stieg bis Anfang Mai auf rund 27 Prozent. Anstatt die Schwelle für ein Pflichtangebot von 30 Prozent abzuwarten, legten die Italiener jetzt stattdessen ein freiwilliges Übernahmeangebot vor.
Mit einem Umtauschverhältnis von 0,485 eigenen Aktien für jede Aktie von Commerzbank ist das Angebot von Unicredit aktuell zwar nicht attraktiv – das entspricht einem Commerzbank-Kurs von etwa 35,25 Euro, Commerzbank notiert aber bei rund 37 Euro.
Dennoch haben rund sieben Prozent der Commerzbank-Aktionäre ihre Anteile bereits an Unicredit abgegeben. Das Angebot läuft noch bis am 16. Juni und inzwischen beträgt der Anteil von Unicredit an Commerzbank bereits knapp 35 Prozent.
Wie wird es jetzt weitergehen? Angesichts des aktuell starken operativen Wachstums von Commerzbank – in diesem und nächsten Jahr könnte der Gewinn je Aktie laut Schätzungen von Analysten jeweils um mehr als 20 Prozent zulegen – scheint die Offerte von Unicredit etwas dürftig.
Auf Basis 2027 kommt Commerzbank geschätzt nämlich nur auf ein moderates 10er-KGV. Andere Geldhäuser im Sektor wie etwa Bank of America, JPMorgan Chase oder Citigroup sind mit geschätzten 12er- oder 13er-KGVs deutlich mehr wert. Obendrein bieten die Frankfurter mit etwa vier Prozent in etwa doppelt so viel Dividende wie die drei genannten Finanzhäuser aus den USA und vor allem: Übernahmephantasie.
Da Unicredit Commerzbank ziemlich sicher komplett schlucken will, sind die Chancen hoch, dass möglicherweise schon bald – in einigen Wochen oder wenigen Monaten – das nächste und dann ein höheres Übernahmeangebot kommen wird. Gewaltige Kurssteigerungen sind zwar nicht zu erwarten, vielleicht als nächstes ein Angebot um 41 Euro entsprechend einem Kursanstieg von etwa zehn Prozent.
Passende Partner-Produkte zu Commerzbank (Call)
Was bei einem Investment in die Aktie nicht wirklich glückselig machen dürfte, bietet hier ein ideales Einsatzszenario für ein Hebelprodukt. Mit einem Call lässt sich auch ein Kursanstieg von zehn Prozent stark vervielfachen. So würde sich ein Call auf Commerzbank mit noch überschaubarem 10er-Hebel (ISIN: CH1560402286) bei einem bescheidenen Anstieg der Aktie um zehn Prozent auf 41 Euro bereits verdoppeln. Ein spekulativeres Zertifikat mit 13er-Hebel (ISIN: CH1568329275) könnte 130 Prozent zulegen. Ein Call mit riskanterem 19er-Hebel (ISIN: CH1570507538) würde sich verdreifachen.
| Produkt | Emittent | Basiswert(e) | Typ | Whg. | Risiko |
|---|---|---|---|---|---|
| CH1560402286 BAER Dynamic Mini Future (Stop Loss 34.55) |
Bank Julius Bär | Commerzbank AG | Long | CHF | Gering |
| CH1568329275 VT Long Mini-Future (Stop Loss 35.96) |
Bank Vontobel | Commerzbank AG | Long | CHF | Mittel |
| CH1570507538 UBS Long Mini-Future (Stop Loss 36.13) |
UBS | Commerzbank AG | Long | CHF | Hoch |
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