Beim Börsengang vor 30 Jahren von Deutsche Telekom herrschte Euphorie. Die Aktienmärkte - auch in Deutschland - waren in einem jahrelangen Aufwärtstrend. 1996 kletterte der deutsche Leitindex Dax um 40 Prozent. Dann wurde Deutsche Telekom in Medien sowie bei Banken, aber auch seitens der Politik, als «die» Volksaktie beworben.

Der Börsengang der Staatsgesellschaft wurde denn auch ein Erfolg. Viele deutsche und internationale Anleger waren heiss auf die T-Aktie. Tatsächlich ging der Kurs des Dax-Mitglieds in den folgenden vier Jahren auch auf das Sechsfache bezogen auf den ersten Emissionspreis um 15 Euro.

Doch dann kam der Crash, und mit dem Kurs von Telekom ging es steil bergab. Schon Ende 2002 war die Aktie des einstigen Börsenlieblings auf weniger als ein Zehntel des Jahrtausend-Hochs abgerutscht. Fast zwei Jahrzehnte lang kam die Aktie dann auch nicht mehr wirklich voran.

2024 kam es aber zum erneuten Boom. Die US-Tochter T-Mobile USA zeigte enorme Wachstumsraten und das brachte Telekom in 15 Monaten die Kursverdoppelung. Doch auch von diesem Hoch ist die Aktie jetzt wieder zurückgekommen, der Titel hat 30 Prozent an Wert verloren.

War 2024 die US-Tochter für den Kursanstieg verantwortlich, so betraf die Kurserosion 2025 das US-Geschäft. Das wundert allerdings etwas. Denn das US-Geschäft läuft nach wie vor rund. Und so erkennen Anleger bei genauem Hinsehen: T-Mobile USA steigerte die Zahl der Mobilfunk-Kunden in den ersten drei Quartalen massiv und Telekom verbuchte in den neun Monaten einen Anstieg in der Sparte um 5,3 Prozent auf 272,5 Millionen Kunden. In den drei Quartalen erzielte einen Umsatzanstieg um 3,1 Prozent auf 87,4 Millionen Euro. Der Gewinn kletterte dabei überproportional um 13,8 Prozent von 1,42 auf 1,62 Euro je Aktie.

Anleger hatten offensichtlich aber mehr erwartet und schickten die T-Aktie im zeitlichen Umfeld der Vorlage der Neunmonatszahlen in den Keller. Bei genauem Hinsehen zeigt sich jedoch: T-Mobile USA wächst weiterhin schnell, noch schneller als die Zahlen vermuten lassen.

Der grosse Bremsklotz im vergangenen Jahr war der schwache US-Dollar. Telekom berichtet in den ersten neun Monaten über einen negativen Währungseffekt wegen der Dollarschwäche beim Umsatz in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. Berücksichtigt um diesen Effekt, wäre der Umsatz des Dax-Konzerns in den neun Monaten nicht um 3,1, sondern um 4,8 Prozent gestiegen. Und das Ergebnis wäre noch weit stärker gestiegen.

Aber selbst auf Basis des aktuell schwachen Dollar kommt Telekom auf ein geschätztes 11er-KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) in 2027. Dazu kommt eine nachhaltig hohe und beständig steigende Dividende. Derzeit liegt die Dividendenrendite auf Basis 2025 bei geschätzt 3,7 Prozent. Es könnte sogar überraschend mehr werden. Der deutsche Staat ist mit einem Anteil von rund 28 Prozent immer noch grösster Aktionär von Deutsche Telekom und Deutschlands Kassen sind leer. Möglicherweise drängt das Land auf eine deutliche Anhebung der Dividende.

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Risikofreudige Anleger setzen mit einem Call nicht nur auf ein weiterhin starkes Wachstum von T-Mobile USA, sondern auch auf eine Wiederbelebung des US-Dollar. Der Greenback ist vor einem Jahr zum Euro um zehn Prozent gefallen. Auf diesem Tief muss er aber natürlich nicht immer bleiben. Vielleicht steigt der Dollar bald wieder um zehn oder vielleicht sogar 20 Prozent. Keiner weiss das. Aber dann würden Umsatz und Gewinn bei Telekom weit über den aktuell geschätzten 2027er-Werten liegen. Vielleicht könnte der DAX-Konzern dann sogar einen Gewinn von 3,0 Euro – 8er-KGV erzielen. Und dann würde die Aktie auch wieder hochschiessen zumindest in den Bereich der 2025er-Hochs um 36 Euro. Ein Call mit knappem 4er-Hebel (ISIN: CH1274843767) könnte sich bei einem Kursanstieg der Aktie auf diesen Kurslevel oder um entsprechend etwa 30 Prozent mehr als verdoppeln.

Ein spekulativerer Call mit 7er-Hebel (ISIN: CH1360196070) würde dann sogar auf das Dreifache steigen. Eine Alternative zu einem Call ist ein Barriere Reverse Convertible (ISIN: CH1444336304). Dort gibt es in dem Sinn keinen Hebel auf mögliche Kurssteigerungen, sondern eine mögliche Maximalrendite, die erreicht wird, falls die zugrundeliegende Aktie nicht auf eine festgelegte Barriere – in diesem Fall bei Telekom auf 20,78 Euro – fällt. Dieses Zertifikat bietet dann konkret eine Seitwärtsrendite bis zum Ende der Laufzeit am 14. Mai 2027 von 15,9 Prozent.

 
Produkt Emittent Basiswert(e) Typ Whg. Risiko
CH1274843767
VT Long Mini-Future (Stop Loss 20.40)
Bank Vontobel Deutsche Telekom AG Long CHF Gering
CH1360196070
BAER Dynamic Mini Future (Stop Loss 23.47)
Bank Julius Bär Deutsche Telekom AG Long CHF Mittel
CH1444336304
UBS Barrier Reverse Convertible (Stop Loss 20.78)
UBS Deutsche Telekom AG Bull EUR Hoch

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