Die Charttechnik wurde jetzt erneut bestätigt und alle technisch orientierten Anleger lassen die Champagnerkorken knallen. Denn fast wie aus dem Bilderbuch ist der Goldpreis Anfang August von der starken Unterstützung bei der psychologischen Marke von 4000 Dollar je Unze nach oben abgeprallt.
Das Edelmetall konnte bereits Anfang November von dieser Hürde erstmals durchstarten und dann innert weniger Wochen zehn Prozent an Wert gewinnen. Und jetzt ging das noch schneller. Seit Anfang August bringt Gold bereits Kursgewinne von zwölf Prozent.
Aber die Charttechnik alleine ist nicht verantwortlich für den schnellen Anstieg. Fundamental betrachtet kam die Initialzündung von den Zahlen zum Arbeitsmarkt. Anders als erwartet kam es im Juli in den USA ausserhalb der Landwirtschaft nicht zu einem Anstieg neu geschaffener Stellen um prognostizierte 80'000 bis sogar 120'000 neuer Jobs, sondern zu einem Abbau. Die Zahl der Beschäftigten in USA fiel im letzten Monat unerwartet um 23'000 tiefer aus als davor.
Kursentwicklung Gold 1 Uz
Hand in Hand mit den unerwartet schwachen Jobdaten dreht die Stimmung an der Zinsfront. Analysten änderten mit den neuen Zahlen zum Arbeitsmarkt ihre Einschätzung zur Zinspolitik der US-Notenbank. Anstatt wie bis dahin befürchtet mit steigenden Zinsen, rechnen die Finanzexperten nun mit einer längeren Pause an der Zinsfront. Und fallende oder relativ tiefe Zinsen sind gut für nicht verzinste Anlagen wie von Gold. Damit aber nicht genug. Gold bekommt Rückenwind von einer zweiten Seite.
Denn wie sich in den letzten Tagen zeigt, macht die US-Regierung so schnell Schulden wie nie zuvor und dabei wurde ein neuer denkwürdiger Meilenstein erreicht. 40 Billionen Dollar wurden nun bei der US-Staatsverschuldung überschritten. Damit hat sich der Schuldenstand in USA in acht Jahren schon verdoppelt und seit 2010 verdreifacht.
Die Schuldenlast je Steuerzahl ist damit in den USA von 117'000 auf 286'000 hochgeschossen. Damit fliessen bereits 15 Prozent der gesamten Staatsausgaben in den Zinsesdienst. Und eine Grenze ist überhaupt nicht absehbar.
Auch hier haben Goldanleger allen Grund zum Feiern. Denn hohe Staatsverschuldung ist gut für Gold. Mit zunehmender Verschuldung sinkt der Wert von Geld, das nur gedruckt wird und dem keine echten Werte, keine Wertschöpfung gegenübersteht. Das ist zusätzlich verbunden mit steigender Unsicherheit über die künftige Entwicklung. Und genau das ist der Boden auf dem Gold gedeihen kann.
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In diesem Umfeld ist Gold vor zwei Wochen aus dem Abwärtstrend vom April nach oben ausgebrochen und hat die obere Begrenzungslinie des Abwärtstrends von Januar erreicht. Fällt die Hürde, sind kurzfristig weitere Kursgewinne von fünf Prozent auf die Aprilhochs um 4800 Dollar und dann auch um weitere fünf Prozent auf 5000 Dollar je Unze drin.
Risikofreudige Anleger setzen mit einem Call auf schnelle Kurssteigerungen von Gold auf die 5000 Dollar-Marke. Ein Zertifikat mit 7er-Hebel (ISIN: CH1584447267) würde bei einem Anstieg des Goldpreises um zehn Prozent etwa 70 Prozent zulegen. Ein Call mit 8er-Hebel (ISIN: CH1593236594) könnte 80 Prozent nach oben schiessen. Ein Zertifikat mit 10er-Hebel (ISIN: CH1588408943) würde sich sogar verdoppeln.
| Produkt | Emittent | Basiswert(e) | Typ | Whg. | Risiko |
|---|---|---|---|---|---|
| CH1584447267 LEON Long Mini-Future (Stop Loss 4.004.75) |
Leonteq Securities | Gold (USD) | Long | CHF | Gering |
| CH1588408943 UBS Long Mini-Future (Stop Loss 4.232.66) |
UBS | Gold (USD) | Long | CHF | Hoch |
| CH1593236594 VT Long Mini-Future (Stop Loss 4.099.54) |
Bank Vontobel | Gold (USD) | Long | CHF | Mittel |
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