Hohe Zinsen führen zu tieferen Goldpreisen und tiefe Zinsen zu höheren Goldpreisen. Dieser Zusammenhang galt lange Zeit und war plausibel. Denn wenn die Zinsen tief sind, ist Gold, das keine festen Zinsen bringt, relativ attraktiv. Man kann ohne Opportunitätskosten – Verzicht auf hohe Zinseinnahmen – auf steigende Goldpreise spekulieren. Sind die Zinsen aber hoch, dann stecken Anleger und Sparer ihr Geld lieber in verzinste Wertpapiere.

Paradoxerweise ist es im aktuellen Zinszyklus umgekehrt. Nach der langen Phase mit negativen Realzinsen weltweit - insbesondere in den USA - drehte die preisbereinigte Rendite festverzinslicher US-Anlagen wieder in den positiven Bereich. Aktuell bringen US-Staatsanleihen Renditen über der Inflation – positive Realrenditen – je nach Laufzeit von ein, zwei und teils auch noch mehr Prozent im Jahr.

Dennoch ging es mit dem Goldpreis trotz des Sprungs der US-Renditen in den positiven Bereich im Jahr 2023 steil bergauf. Gold hatte sich dabei ganz offensichtlich von der Abhängigkeit vom Zinsniveau zu einem guten Teil verabschiedet. Grund für diese Wende waren nicht nur politische Krisen und Unsicherheiten sowie die galoppierende Staatsverschuldung weltweit, sondern auch das fallende Vertrauen in den US-Dollar als sicheren Hafen.

Aber nicht nur wegen der hohen Staatsverschuldung der USA wandten sich vornehmlich Schwellenländer wie China, Indien, die Türkei und Russland vom Dollar ab, sondern auch wegen des Einfrierens russischer Zentralbankgelder. Was schliesslich ist eine Devise wert, wenn sie nicht mehr verfügbar ist? Gold dagegen kann unabhängig von politischen Entscheidungen gehandelt und getauscht werden und Schwellenländer lagern ihre Goldreserven häufig in den Bunkern innerhalb ihrer eigenen Landesgrenzen.

Seit 2010 tauchen die internationalen Zentralbanken, insbesondere die der Schwellenländer, fortlaufend als Nettokäufer von Gold auf. Das war in den letzten fünf Quartalen zwischen April 2025 und Juni 2026 auch nicht anders. Der Dreimonatszeitraum zwischen April und Juni zeigt mit 288,9 Tonnen netto-Goldkäufe der Notenbanken ein Volumen wie zuletzt im Schlussquartal 2024.

Trotz der hohen Nachfrage seitens der Zentralbanken ist der Goldpreis in diesem Jahr 25 Prozent gefallen. Der Grund: Die Nachfrage nach Gold insgesamt ging im zweiten Quartal zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 941,8 Tonnen zurück.

Während die Zentralbanken auf der Käuferseite standen, verzeichneten insbesondere die Juwelen-Industrie und das Investment-Segment geringeres Interesse. Die Nachfrage von Juwelieren lag im Dreimonatszeitraum mit 310,3 Tonnen um zwölf Prozent unter dem Vorjahreswert und bei Münzen gab es im Quartal einen Einbruch um 16 Prozent auf 33,5 Tonnen. Mit einem Einbruch um 46 Prozent auf 262,2 Tonnen schnitt die Goldnachfrage durch die Investmentindustrie insgesamt noch viel schlechter ab.

Und genau das ist der Grund für den Preisverfall bei Gold in diesem Jahr. Während etwa die Juwelenindustrie nur geringfügige Rückgänge der Nachfrage um etwa 20 Tonnen verzeichnet, gab es bei Investmentzertifikaten, Münzen und Barren oder ETFs - einen signifikanten Einbruch um 350 Tonnen im Vergleich zum Vorquartal und um 220 Tonnen zum ersten Quartal.

Die Nachfrage aus dem Investmentbereich ist also kollabiert. Aber dennoch hält sich Gold zäh über der psychologischen Marke von 4000 Dollar je Unze. Gold ist dadurch jetzt besonders aussichtsreich. Denn das Edelmetall ist nun auf die untere Begrenzungslinie des Aufwärtstrends aus 2024 zurückgefallen. Da die charttechnische Marke von 4000 Dollar eine ganz starke Unterstützung ist, scheinen Rückgänge beim Goldpreis unter diesen Wert eher weniger wahrscheinlich. Vielmehr allerdings scheint ein Rebound und eine kräftige Erholung von der Trendlinie drin zu sein. Seit Anfang 2024 ging es von dort bereits viermal überwiegend signifikant um zehn, 20 Prozent und mehr mit dem Goldpreis nach oben.

Passende Partner-Produkte zu Gold

Risikofreudige Anleger setzen deshalb mit einem Call darauf, dass Gold jetzt zum fünften Mal seit 2024 von der Trendlinie abhebt und schnell zumindest zehn Prozent gewinnen kann. Bis Jahresende scheinen 4600 Dollar drin zu sein, im ersten Quartal 2027 sogar bis zu 5000 Dollar für die Unze. Ein Call mit 7er-Hebel (ISIN: CH1546541025) würde dann um 70 Prozent bis Jahresschluss und sogar rund 150 Prozent bis etwa Ende März nach oben schnellen. Ein Zertifikat mit 8er-Hebel (ISIN: CH1482847113) verspricht sogar Gewinne von 80 und 160 Prozent. Ein Zertifikat mit hohem 17er-Hebel (ISIN: CH1537205127) würde annähernd auf das Drei- und sogar mehr als das Vierfache explodieren. 

 
Produkt Emittent Basiswert(e) Typ Whg. Risiko
CH1482847113
UBS Long Mini-Future (Stop Loss 3.711.33)
UBS Gold (USD) Long CHF Mittel
CH1537205127
LEON Long Mini-Future (Stop Loss 4.005.89)
Leonteq Securities Gold (USD) Long CHF Hoch
CH1546541025
VT Long Mini-Future (Stop Loss 3.645.38)
Bank Vontobel Gold (USD) Long CHF Gering

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