Was derzeit bei KI und Rechenzentren und den naheliegenden Sektoren etwa von Hochleistungs-Computerchips abläuft, kann man fast nur noch mit dem Goldrausch in Yukon vergleichen. Die Nachfrage nach solchen Chips und Produkten ist nicht zu bremsen. Aber anders als in Yukon beim Goldrush in den 1890er-Jahren, der nur wenige Jahre anhielt, ist bei KI noch ganz lange nicht Schluss. 

Nicht nur die üblichen Verdächtigen an der Nasdaq wie etwa eine Nvidia profitieren von diesem Boom, auch der deutsche Halbleiterhersteller Infineon schwimmt auf der KI-Welle ganz oben. So konnten die Münchner ihren Umsatz im abgelaufenen Quartal um 13 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro ausbauen. Bei einem Anstieg der operativen Marge um zwei Prozentpunkte auf 19,1 Prozent schoss der Gewinn weit überproportional um 39 Prozent nach oben.

Firmenchef Jochen Hanebeck hob deshalb die Prognose an. Der Umsatz von Infineon soll im laufenden Geschäftsjahr nicht deutlich steigen, sondern um rund elf Prozent auf etwa 16,3 Milliarden Euro zulegen. Der Gewinn je Aktie könnte dadurch um etwa 50 Prozent von 0,78 auf 1,30 Euro klettern.

Aber das ist erst der Anfang. Denn der KI-Boom geht weiter und Infineon dürfte seinen Umsatz in dem Segment – das hochprofitabel ist – im nächsten Jahr weiter ausbauen. Zudem wird jetzt in Endmärkten wie etwa der Autoindustrie oder bei erneuerbaren Energien nach dem seit Längerem erfolgten Lagerabbau eine zyklische Erholung erwartet. Das bringt höhere Nachfrage aus diesen Sektoren und dramatisch steigende Margen.

Infineon gab in den letzten Quartalen nämlich viel Geld dafür aus, eine Unterauslastung in seinen Fabriken zu finanzieren. Das waren Kosten im Jahr von geschätzt deutlich über 500 Millionen Euro. Durch die nun erwartete steigende Nachfrage in einigen Endmärkten dürfte damit schon relativ kurzfristig Schluss sein. Die fallenden Kosten der Unterauslastung fliessen dann sofort voll in den Gewinn ein.

Analysten halten bei Infineon im nächsten Jahr einen Umsatzanstieg auf etwa 20,0 Milliarden Euro für möglich. Vor allem der Wegfall der hohen extra-Kosten dürfte den Gewinn explosionsartig nach oben treiben. Eine Verdopplung beim Ergebnis je Aktie auf 2,50 Euro ist drin. Da wäre ein 22er-KGV vorstellbar.

Da Infineon langfristig betrachtet im Durchschnitt mit KGVs um 30 bewertet war, bekommt die Aktie bei Normalisierung des Bewertungsniveaus Kurspotential von etwa 50 Prozent bis in den Bereich um 90 oder 100 Euro.

Passende Partner-Produkte zu Infineon (Mini Future)

Anleger, die ohne grosse Risiken an der erwarteten positiven Kursentwicklung von Infineon teilhaben wollen, setzen auf ein Discount-Zertifikat auf das DAX-Mitglied (ISIN: CH1512021283). Bei diesem Produkt ist bis zum Ende der Laufzeit im Juni 2027 eine Seitwärtsrendite von 23,6 Prozent drin.

Das bedeutet: Sollte Infineon steigen oder nur auf der Stelle treten, können Anleger damit fast 25 Prozent verdienen. Auf ein Jahr hochgerechnet sind das 27,8 Prozent p.a. Angesichts der starken Perspektiven scheint das fast schon ein No-Brainer.

Wer aber davon ausgeht, dass Infineon wegen der enormen Gewinnsteigerungsaussichten in diesem und nächsten Jahr stark zulegen wird, der greift besser zu einem Call und vervielfacht damit mögliche Kurssteigerungen bei der Aktie. Ein Call mit 3er-Hebel (ISIN: CH1485948413) würde sich bei einem Kursanstieg von Infineon auf die Juni- und Juli-Hochs um 85 Euro mehr als verdoppeln. Ein Call mit 12er-Hebel (ISIN: CH1553245668) könnte bei so einem Kursanstieg von etwa 40 Prozent auf das Vier- bis Fünffache steigen.

 
Produkt Emittent Basiswert(e) Typ Whg. Risiko
CH1512021283
VT Discount Certificate (Stop Loss )
Bank Vontobel Infineon Technologies AG Bull EUR Gering
CH1485948413
UBS Long Mini-Future (Stop Loss 32.18)
UBS Infineon Technologies AG Long CHF Mittel
CH1553245668
BAER Dynamic Mini Future (Stop Loss 52.32)
Bank Julius Bär Infineon Technologies AG Long CHF Hoch

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