Die Empfehlung kam genau zur rechten Zeit. Mitte Oktober hatte ich Kühne+Nagel zum Kauf empfohlen. Mit einem erwarteten 15er-KGV war der Titel des Logistikdienstleisters nicht nur ungewöhnlich tief bewertet, sondern notierte auch im Bereich der starken Unterstützung bei der psychologischen Marke von 150 Franken.
Und es konnte wirklich kaum besser kommen: Schon wenige Tage nach Empfehlung kam der prognostizierte Rebound von der Unterstützung, und mit dem Kurs des SMI-Mitglieds ging es in den folgenden vier Monaten bis Mitte Februar wie im Lift um rund 30 Prozent nach oben. Die damals ebenfalls empfohlenen Calls auf den Konzern aus Schindellegi im Kanton Schwyz (ISIN: CH1438190238, CH1428612209 und CH1439316311) brachten so schnelle Kursgewinne zwischen 200 und 300 Prozent. Das waren Steigerungen auf das Drei- und Vierfache in nur vier Monaten.
Und bis zum Kursziel von 200 Franken war nur noch ein Wimpernschlag. Vergangenen Donnerstag allerdings kam es zur scharfen Korrektur. An einem Tag rutschte die Aktie von Kühne+Nagel um 15 Prozent nach unten. Auslöser für diesen Kurseinbruch war Algorhythm. Das Unternehmen hat sich nach mehr oder weniger erfolglosen Versuchen in anderen Geschäftsmodellen (unter anderem Karaoke-Maschinen) nun auf KI fokussiert und setzt dabei auf eine Plattform für den Logistikbereich.
Mit dieser KI-Plattform sollen die Frachtvolumina der Nutzer der Plattform auf das Vier- und Fünffache gesteigert werden, ohne die Zahl der Mitarbeiter in diesen Firmen zu erhöhen. Diese Meldung setzte den gesamten Logistiksektor vergangenen Donnerstag unter Druck. Diese Logistik-Plattform würde allerdings voraussetzen, dass Firmen der Branche ihre Daten etwa zu Routen, Preisen und Kapazitäten für andere Nutzer frei zugänglich auf die Plattform stellen würden. Aber das wären dann die eigenen Geschäftsgeheimnisse, und es scheint bei genauer Überlegung doch fraglich, ob Logistikfirmen sich so nackt ausziehen würden.
Gut möglich also, dass sich dieses Crash-Szenario im Logistiksektor vom Donnerstag als Eintagsfliege entpuppt, die schnell nach oben steigt, dann aber nach dem kurzen Höhenflug ebenso schnell wieder tot auf den Boden fällt. Risikofreudige Anleger sehen hier eine gute Chance, mit einem Call vom jüngsten Absturz von Kühne+Nagel zu profitieren.
Abgesehen von einer sich möglicherweise schnell am Markt durchsetzenden Erkenntnis, dass die KI-Idee von Algorhythm vielleicht sogar nur eine Schnapsidee ist: Die Aktie von Kühne+Nagel notiert an der starken Unterstützung um 165 Franken. Möglicherweise prallt der Titel schon diese Woche stark von dort nach oben ab. Möglicherweise notiert das SMI-Mitglied dann auch schnell wieder auf dem Februar-Hoch um 190 Franken.
Passende Partner-Produkte zu Kühne & Nagel (Mini Future)
Ein Call mit 5er-Hebel (ISIN: CH1469382787) würde bei so einem Kursanstieg um 15 Prozent etwa 75 Prozent zulegen. Ein Zertifikat mit 8er-Hebel (ISIN: CH1520605648) könnte sich verdoppeln. Ein etwas spekulativerer Call mit 13er-Hebel (ISIN: CH1510312387) würde sich fast verdreifachen.
| Produkt | Emittent | Basiswert(e) | Typ | Whg. | Risiko |
|---|---|---|---|---|---|
| CH1469382787 VT Call-Warrant |
Bank Vontobel | Kühne & Nagel Intl. AG | Call | CHF | Gering |
| CH1510312387 UBS Long Mini-Future (Stop Loss 161.96) |
UBS | Kühne & Nagel Intl. AG | Long | CHF | Hoch |
| CH1520605648 BAER Dynamic Mini Future (Stop Loss 155.18) |
Bank Julius Bär | Kühne & Nagel Intl. AG | Long | CHF | Mittel |
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