300'000 Tonnen, rund 2,3 Millionen Barrel Diesel – dafür wurde Donald Trump vor wenigen Wochen, insbesondere von Kritikern in der EU, noch belächelt und kritisiert. Kritisiert, weil der US-Präsident es wagte, Russland Diesel abzukaufen. Belächelt, weil die Menge von 300'000 Tonnen Diesel vordergründig nur wie ein Tropfen auf den heissen Stein aussieht.

Tatsächlich reicht diese Treibstoffmenge nur aus, den Weltmarkt für kurze Zeit - eine Stunde oder etwas mehr - zu versorgen. Aber bei 300'000 Tonnen soll es ja nicht bleiben. In den nächsten Monaten sollen bis zu drei Millionen Tonnen Diesel aus Russland kommen und möglicherweise auch noch mehr.

Und während Europa lacht oder den Finger mahnend hebt, sind Trumps Vereinbarungen ein Volltreffer. Denn Rohöl und damit natürlich auch Diesel wird jetzt knapp und knapper. In den letzten vier Wochen ist die Sorte Brent bereits um 15 Prozent gestiegen, seit Anfang September hat sich Rohöl der Sorte aus der Nordsee bereits um 25 Prozent verteuert.

Grund für den stark gestiegenen Ölpreis sind nicht nur die weiterhin anhaltenden politischen Spannungen in Nahost, sondern die Drosselung von Ausfuhren aus dem asiatischen Raum von verarbeiteten Ölprodukten. Dazu kommt: Die weltweiten Lager sind auf tiefem Niveau.

Während die Tanks in Russland wegen der Sanktionen voll sind, liegen die Bestände an Diesel und  Heizöl etwa in den USA um rund ein Drittel unter ihrem langjährigen Durchschnitt. Auch weltweit sind die Pegelstände in den Öllagern weit abgesunken. Aktuell etwa liegen die weltweiten Lagerbestände laut Angaben der internationalen Energieagentur um etwa 500 Millionen Barrel unter dem Stand von Anfang Jahr. Diese Menge deckt den weltweiten Bedarf an Rohöl von etwa einer Woche.

Einer der Gründe für das Defizit sind die vielen Tanker, die wegen Sperrung der Strasse von Hormus oder den Problemen in Nahost, auf See festliegen. Auf den Schiffen sind immense Mengen Rohöl geladen und diese Schiffe können ihre Ziele jetzt nicht anlaufen.

Kein Wunder also, dass der Ölpreis derzeit nach oben tendiert. Und noch dazu steht jetzt die Heizperiode mit stark steigender Nachfrage in den Industrieländern im globalen Norden kurz bevor. Die Tanks sind leer.

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Ölpreis weiter steigen wird. Dazu kommt: Auch charttechnisch betrachtet spricht viel dafür, dass der Ölpreis zulegt. Brent hat jetzt das Vierjahreshoch bei 114 Dollar für das Barrel übersprungen. Das nächste Kursziel sind 120 Dollar, und möglicherweise springt der Ölpreis dann innert ein bis zwei Wochen auf ein neues Allzeithoch von 129 Dollar und darüber.

Mit Rückenwind vom hohen Ölpreis sind auch Ölaktien im Höhenflug. Total Energies etwa hat in der vergangenen Woche den starken Widerstand bei 80 Euro übersprungen und ein neues Allzeithoch erreicht. Weitere Kurssteigerungen von etwa zehn Prozent auf 90 Euro sind beim EuroStoxx-50-Mitglied möglich.

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Risikofreudige Anleger setzen mit einem Call auf dieses Kursziel und ein Plus von zehn Prozent beim Energiekonzern aus Paris. Bei Kursen um 90 Euro verspricht ein Zertifikat mit 6er-Hebel (ISIN: CH1610065828) Gewinne von bis zu 60 Prozent.

Wer auf Rohöl setzen will, der kommt bei weiteren Steigerungen bei Schwarzem Gold um zehn Prozent auf ein neues Allzeithoch um 130 Dollar für das Barrel voll auf seine Kosten. Ein Call mit 8er-Hebel (ISIN: CH1618151133) würde dann 80 Prozent zulegen. Ein weiterer Call ebenfalls mit einem 8er-Hebel (ISIN: CH1616939133) könnte sich verdoppeln.

 
Produkt Emittent Basiswert(e) Typ Whg. Risiko
CH1610065828
BAER Dynamic Mini Future (Stop Loss 73.23)
Bank Julius Bär TotalEnergies SE Long CHF Gering
CH1618151133
UBS Knock-Out Call Warrant* (Stop Loss 97.71)
UBS ICE Brent Crude Oil Front Month Future Call CHF Mittel
CH1616939133
VT Knock-Out Call Warrant* (Stop Loss 102.71)
Bank Vontobel ICE Brent Crude Oil Front Month Future Call CHF Hoch

 

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