Sollte das Wasser einst ausgehen, brauche man auch nichts mehr anzubauen, so der Landwirt. «Das macht uns schon Sorgen.» Tagsüber sei die Bewässerung wegen des Windes schwierig und abends wollten dann alle gleichzeitig, erklärte Lehmann weiter.

Er bezieht das Wasser für seinen Gemüseanbau von einer Gewässergenossenschaft, die einst seine Eltern aufgebaut hatten. Er und weitere Berufskollegen können so Wasser aus dem Murtensee und der Broye in ein grosses Wasserbecken speisen, das durch Bodenleitungen direkt auf die Felder gelangt. So sollten sie auch Hitzeperioden wie die aktuelle überstehen können.

Andernorts wurde die Entnahme von Wasser aus Gewässern bereits eingeschränkt oder gar verboten, beispielsweise in den Kantonen Luzern und St. Gallen.

Im Gewächshaus ist es einfacher

Für den Gemüsebauer Claude Janin aus Perly GE ist die aktuelle Hitzewelle nach dessen Aussage eher zu bewältigen. Grund dafür ist seine Anbaumethode im Gewächshaus. Die Bewässerung ist dort zwar etwas intensiver als üblich, doch die Luftfeuchtigkeit in den ist mit jener eines tropischen Regenwaldes vergleichbar. Das seien optimale Bedingungen für Tomaten, Auberginen und Melonen, erklärte Janin im Gespräch mit Keystone-SDA.

Für Gemüsekulturen im Freiland seien die Bedingungen dagegen sehr schwierig. «Es geht ums Überleben», sagte er mit Blick auf seine Berufskollegen.

Er selbst hat den Freilandgemüsebau bereits vor drei Jahren aufgegeben - wegen der zunehmenden Wetterextreme, von Hagel bis zu Hitzewellen. Und auch Lehmann erinnerte sich, als er noch ein Kind gewesen sei, habe es immer mal wieder geregnet. Heute wechselten sich intensive Regenphasen mit Hitzewellen ab, was den Gemüseanbau deutlich erschwere.

mk/

(AWP)