Die Bilanz macht auch die Schieflage in der chinesischen Wirtschaft deutlich, die viel produziert und in den Weltmarkt exportiert, jedoch wegen der schwachen Nachfrage im Inland wenig aus dem Ausland einführt. So übertraf China den Handelsüberschuss aus dem Jahr 2024 erneut, der damals bereits bei knapp einer Billion US-Dollar lag.

Die parallel für Dezember veröffentlichten Daten schlugen zudem die Prognosen der Analysten deutlich. Demnach stiegen die Exporte um 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an. Die Einfuhren legten um 5,7 Prozent zu. Die Erwartungen hatten vorab vor allem bei den Importen mit 0,9 Prozent Zuwachs deutlich darunter gelegen.

Die Rolle des Handelsstreits mit den USA

Die Frage ist, ob China auch 2026 den Trend fortführen kann. «In Bezug auf die Lage des Aussenhandels in diesem Jahr fehlt dem globalen Handelswachstum allgemein gesagt Dynamik, und das äussere Umfeld für die Entwicklung des chinesischen Aussenhandels bleibt schwierig und komplex», sagte der Vize-Minister der Zollbehörde, Wang Jun, in Peking. Er verwies auf ein schwaches globales Wirtschaftswachstum, politische Unsicherheiten und eine geopolitische Spaltung.

Das Handelsjahr 2025 war geprägt vom Zollstreit zwischen den USA und China - den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt. Mit einem Minus von 20 Prozent brachen Chinas Exporte in die Vereinigten Staaten deutlich ein. Die Importe sanken um 14,6 Prozent.

Trotz zwischenzeitlich gesenkter Raten blieben die US-Zölle für Waren aus China hoch. Hinzu kam, dass in der Volksrepublik in vielen Branchen ein Überangebot herrschte, das der heimische Markt nicht aufnehmen konnte. Die Unternehmen suchten deshalb Absatzmärkte im Ausland. Viele Waren flossen in andere Weltregionen.

So verlief der Handel mit Deutschland

Die Ausfuhren der Volksrepublik nach Deutschland legten 2025 um 10,5 Prozent auf rund 118,3 Milliarden Dollar zu. Die Importe aus der Bundesrepublik sanken dagegen um 2,1 Prozent auf 92,8 Milliarden Dollar. Seit Oktober ist China wieder Deutschlands Handelspartner Nummer eins und löste damit die USA ab.

Besonders stark legten die Ausfuhren der exportgetrieben Volkswirtschaft 2025 nach Afrika (25,8 Prozent) und in den Raum der südostasiatischen Asean-Staaten (13,4 Prozent) zu.

Sorge bei Chinas Handelspartner

In der EU, wo Chinas Exporte 2025 um 8,4 Prozent zulegten, die Importe jedoch um 0,4 Prozent sanken, und in anderen Ländern wächst nicht nur wegen Chinas schwacher Nachfrage der Unmut. EU-Firmen beklagen den aggressiven Wettbewerb in Branchen wie der Autoindustrie und erschwerte Marktbedingungen für ihr Geschäft in China.

In den Fokus rückte jüngst auch wieder Chinas Währung, die nach Meinung mancher Analysten stark unterbewertet ist. Dadurch sind chinesische Waren im Ausland günstig. Kritiker sprechen allerdings von einer indirekten Subvention für Chinas Unternehmen.

2025 hatten zudem Exportkontrollen auf sieben seltene Erden und Chips des Herstellers Nexperia, die in der Industrie dringend benötigt werden, Unsicherheit und mitunter kurzzeitige Produktionsstillstände in Europa verursacht. Pekings Vorgehen offenbarte, wie angreifbar Lieferketten deutscher und europäischer Firmen waren. Die Bundesrepublik und andere Länder wollen deshalb unabhängiger von Chinas Rohstoffen werden.

Steuert Peking gegen?

Jüngst gab es allerdings positive Signale in den Handelsbeziehungen zwischen China und der EU. Brüssel öffnete den Weg für Hersteller von in China produzierten E-Autos, Mindestpreise festzusetzen, statt Zollaufschläge in Kauf zu nehmen. Chinas Handelsministerium hatte die Massnahme begrüsst.

Vergangene Woche kündigte Peking an, ab dem 1. April die Rückerstattung der Mehrwertsteuer beim Export von Photovoltaikprodukten zu streichen. Die Massnahme soll die sinkenden Exportpreise in der Branche eindämmen. Günstige Waren aus China hatten der Solarbranche in Europa schwer zugesetzt. Für Batterieprodukte fällt die Rückerstattung von neun auf sechs Prozent und soll am 1. Januar 2027 abgeschafft werden./jon/DP/stk

(AWP)