Xi betonte, dass der Umgang mit Taiwan die wichtigste Frage in den US-China-Beziehungen sei. Bei guter Handhabung könne dieses Thema auch die Stabilität zwischen beiden Ländern wahren, sagte er.
Ob und was Trump auf Xis Äusserungen entgegnete, war zunächst nicht bekannt. Die USA spielen in Bezug auf Taiwan eine wichtige Rolle - unter anderem, weil sie trotz grosser Kritik Pekings Taiwan mit Waffen beliefern. Der von China für sich beanspruchte Inselstaat wird seit Jahrzehnten unabhängig und demokratisch regiert.
Lob von Trump für Xi
Die beiden grössten Volkswirtschaften der Welt befinden sich in einem erbitterten Handelskonflikt. Gastgeber Xi sagte, er sei überzeugt, dass die gemeinsamen Interessen zwischen den USA und China grösser seien als die Differenzen. Der jeweilige Erfolg beider Länder sei für das andere eine Chance, sagte Xi.
Nach einem Empfang mit militärischen Ehren hatte Trump Xi am Morgen ausdrücklich gelobt. Trump, der China im vergangenen Jahr noch mit horrenden Zöllen gedroht hatte, sagte zu Beginn des Gesprächs mit Xi, die USA und China hätten eine «fantastische» gemeinsame Zukunft. Der US-Präsident lobte den Gastgeber als «grossartige Führungspersönlichkeit». «Manchmal mögen Leute das nicht, wenn ich das sage, aber ich sage es trotzdem, weil es wahr ist», sagte Trump weiter. «Es ist eine Ehre, Ihr Freund zu sein.»
Erste Unterredung rund zwei Stunden lang
Das erste Gespräch zwischen Trump und Xi dauerte nach Angaben von US-Journalisten rund zwei Stunden. Laut chinesischen Staatsmedien traf Xi im Anschluss hochrangige Wirtschaftsvertreter aus den USA, die mit Trump nach Peking gereist waren. Xi erklärte demnach, die offenen Türen Chinas würden sich weiter öffnen. China begrüsse eine verstärkte Zusammenarbeit mit den USA.
Der US-Präsident wurde von einer grossen Wirtschaftsdelegation begleitet, darunter Tech-Milliardär Elon Musk und Apple-Chef Tim Cook. Auch der Chef des Chipherstellers Nvidia, Jensen Huang, war dabei. Die von dem Unternehmen produzierten Halbleiter gelten als besonders wichtig für die Entwicklung Künstlicher Intelligenz.
Erwartet wurde, dass auch der Iran-Krieg Thema der Unterredungen sein wird. Die USA erhoffen sich Hilfe von China bei der Sicherung der für den Öl- und Flüssiggastransport wichtigen Strasse von Hormus. China ist normalerweise der grösste Abnehmer iranischen Öls.
Xi: Partner und nicht Gegner sein
Xi sagte, stabile chinesisch-amerikanische Beziehungen seien «gut für die Welt». Beide Seiten sollten Partner und nicht Gegner sein. Er warf auch die Frage auf, ob China und die USA ein «neues Modell für die Beziehungen zwischen Grossmächten» schaffen könnten. Dabei stellte Xi das Verhältnis beider Länder in den Kontext einer möglichen gefährlichen Rivalität: Er sprach die nach einem Historiker der griechischen Antike benannte «Thukydides-Falle» an. Damit ist die Gefahr gemeint, dass eine aufstrebende Macht und eine etablierte Führungsmacht in eine gefährliche Konfrontation geraten.
Xi hatte Trump zu Beginn des Treffens mit militärischen Ehren an der Grossen Halle des Volkes im Herzen der chinesischen Hauptstadt empfangen. Beide schüttelten sich länger die Hand. Trump applaudierte zudem Kindern, die hüpfend und jubelnd kleine US-Flaggen und Blumen in die Höhen streckten. Trumps sagte später, dass er die Kinder «grossartig» gefunden habe.
Trump und Xi hatten sich zuletzt Ende Oktober im Vorfeld eines Gipfeltreffens in Südkorea getroffen und dort eine Pause im laufenden Zollstreit vereinbart.
Am Abend will Xi den US-Präsidenten zu einem Staatsbankett empfangen. Morgen reist Trump wieder zurück./jpt/DP/jha
(AWP)
