Das Projekt wird als «Strasse der Entwicklung» oder auch «Trockener Kanal» bezeichnet. Bei seiner geplanten Fertigstellung im Jahr 2038 soll ein Netz aus Strassen und Schienen einen neuen Hafen in Basra im Süd-Irak im Norden mit der Türkei verbinden. Von dort soll der Korridor sich weiter erstrecken über den türkischen Hafen Mersin am Mittelmeer und über Istanbul bis nach Europa. Erdogan hat das Projekt als «neue Seidenstrasse» bezeichnet.
Der Hafen Grand Fau wird derzeit von einer südkoreanischen Firma in Basra gebaut und dürfte einer der grössten im Nahen Osten werden. Die mehr als 14 Kilometer lange Mole holte einen Rekord als längster Wellenbrecher der Welt. Der Irak hofft, den Hafen zu einem Drehkreuz zwischen Asien und Europa zu machen. Wegen der immer noch schlechten Sicherheitslage im Irak, politischer Spannungen wie auch der verbreiteten Korruption und Misswirtschaft ist offen, ob der Hafen und der Korridor wie geplant fertiggestellt werden.
Das türkisch-irakische Projekt steht in Konkurrenz zu einem Wirtschaftskorridor, der den Handel zwischen Indien, mehreren Golfstaaten und der EU antreiben soll. Erdogan hatte kritisiert, dass der Korridor, der Israel einschliesst und der als Antwort gilt auf Chinas Initiative für eine «Neue Seidenstrasse», die Türkei umgeht. China will seinerseits neue Handelswege nach Europa, Afrika, Lateinamerika und Asien erschliessen und hat dafür mit arabischen Staaten zahlreiche Abkommen geschlossen./jot/DP/ngu
(AWP)