Dieses sei «extrem», weise keine internationale Abstimmung auf und ignoriere die Mehrheit der in der Vernehmlassung geäusserten Bedenken, schreibt die Grossbank in einer Stellungnahme. «Sollten die vorgeschlagenen Massnahmen angenommen werden, hätten sie weitreichende Folgen für die Schweizer Wirtschaft.»

Die vom Bundesrat veröffentlichten Dokumente «enthalten Behauptungen, die wir für irreführend halten», schreibt die Bank weiter. Da man die Informationen aber gerade erst erhalten habe, würden derzeit alle Dokumente und Aussagen, die während der Pressekonferenz des Bundesrats gemacht wurden, gründlich geprüft. Die UBS werde spätestens mit den Ergebnissen für das erste Quartal am nächsten Mittwoch weitere Kommentare abgeben.

Hohe Kapitalauswirkungen geschätzt

Erste Zahlen nennt die Bank aber bereits jetzt: Sie schätzt, dass die gesamten Auswirkungen auf das Kernkapital (CET1) der UBS AG rund 22 Milliarden US-Dollar betragen würden. Das würde de facto zu einer minimalen CET1-Kapitalquote auf dem Niveau der UBS Gruppe von hohen 18,4 Prozent führen.

Das zusätzliche Kapital von 22 Milliarden Dollar würde laut UBS zu dem zuvor kommunizierten zusätzlichen Kapital von etwa 15 Milliarden kommen, das die UBS infolge der Übernahme von Credit Suisse halten muss. Infolgedessen müsste UBS gemäss eigener Rechnung insgesamt rund 37 Milliarden US-Dollar zusätzliches Kernkapital halten.

Gemäss Bundesrats-Rechnung müsste die UBS dagegen wegen der neuen Vorschriften insgesamt rund 20 Milliarden an zusätzlichem harten Eigenkapital im Stammhaus aufbauen. Die effektive CET1-Kapitallücke würde laut dem Bundesrat dank der bereits heute guten Kapitalisierung der Grossbank dabei gar nur rund 9 Milliarden US-Dollar betragen.

Parlamentarischen Prozess im Blick

Die UBS habe den parlamentarischen Beratungsprozess im Zusammenhang mit der vorgeschlagenen Eigenmittelunterlegung ausländischer Töchter im Blick, betont sie weiter. Die Grossbank werde dabei «weiterhin Fakten und Analysen beitragen, die fundierte Entscheidungen unterstützen».

Parallel dazu werde die UBS weiterhin «geeignete Massnahmen zum Schutz der Interessen seiner Aktionäre prüfen und die Auswirkungen auf Kunden und Mitarbeiter möglichst abmildern», heisst es in der Mitteilung.

uh/tp

(AWP)