Der Republikchef von Tatarstan, Rustam Minnichanow, bestätigte auf seinem Telegram-Kanal Drohnenangriffe auf Industrieanlagen in den Städten Jelabuga und Nischnekamsk. Der «technologische Prozess» der Unternehmen, wie er es nannte, sei aber nicht gestört worden. In russischen Medienberichten war die Rede von drei mutmasslich ukrainischen Drohnen, die die Region etwa 1200 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt angegriffen hätten. Mindestens zwölf Menschen erlitten nach Angaben der Rettungsdienste Verletzungen.

Nach russischer Darstellung explodierten zwei Drohnen dicht an einem Studentenheim in Jelabuga. Videos in Telegram-Kanälen zeigen, wie sich Menschen angesichts der Explosionen zu Boden werfen. Zu sehen war ein Flugobjekt, das eher einem Ultraleichtflugzeug ähnelte.

Früheren ukrainischen Angaben zufolge liegt die russische Drohnenfabrik in der Sonderwirtschaftszone Alabuga. Direkt daneben befinden sich Wohnheime der Beschäftigten. Hunderte Studenten einer örtlichen technischen Hochschule arbeiteten in der Rüstungsfabrik mit, hiess es. Die Wohnheime wurden nach russischen Angaben vom Dienstag beschädigt. Angaben zu Schäden an der Fabrik gab es nicht.

In der zweiten angegriffenen Stadt Nischnekamsk gibt es grosse Ölverarbeitungsanlagen des regionalen Ölkonzerns Tatneft. Bei ihrer Abwehr des russischen Angriffskrieges greift die Ukraine seit mehreren Wochen systematisch russische Ölraffinerien mit Kampfdrohnen hoher Reichweite an.

Russland setzt die Shahed-Drohnen iranischer Bauart fast jede Nacht für Luftangriffe auf die Ukraine ein. In der Nacht zu Dienstag zählte die ukrainische Luftwaffe zehn angreifende Drohnen dieses Typs. Davon seien neun abgeschossen worden, hiess es./fko/DP/stw

(AWP)