Gemäss einer Schätzung liegt bei der Neutralitätsinitiative das Ja-Lager derzeit mit 40 Prozent leicht vor dem Nein-Lager mit 38 Prozent. Gleichzeitig können oder möchten sich jedoch 22 Prozent der Stimmberechtigten noch nicht festlegen, wie es in der Mitteilung von Yougov Schweiz (ehemals LINK) vom Freitag heisst.

Auch bei der Ernährungsinitiative zeichnet sich noch kein klares Bild ab. Aktuell überwiege das Nein-Lager mit 43 Prozent gegenüber 39 Prozent Zustimmung. Mit 17 Prozent Unentschlossenen bleibe jedoch auch hier erhebliches Potenzial für Verschiebungen im weiteren Abstimmungskampf.

Auf den ersten Blick stehen sich laut Yougov Schweiz die beiden Initiativen politisch weitgehend gegenüber. Die Neutralitätsinitiative findet ihre stärkste Unterstützung im bürgerlich-konservativen Lager, während die Ernährungsinitiative vor allem bei ökologisch orientierten Wählerinnen und Wählern Anklang findet.

Wunsch nach mehr Selbstbestimmung

Umso bemerkenswerter sei, dass dennoch 23 Prozent der Befragten, die bereits wissen, wie sie abstimmen möchten, beiden Vorlagen zustimmen würden. Die offenen Antworten zur Begründung der Abstimmungsabsichten zeigten, dass hinter dieser Kombination häufig als gemeinsames Grundmotiv der Wunsch nach mehr Unabhängigkeit und Selbstbestimmung der Schweiz stehe.

So betrachteten diese Stimmberechtigten die Neutralitätsinitiative als Beitrag zu einer eigenständigen Schweizer Aussenpolitik, die sich konsequent aus militärischen Bündnissen und geopolitischen Auseinandersetzungen heraushält. Gleichzeitig verbänden sie mit der Ernährungsinitiative das Ziel, die Versorgungssicherheit des Landes zu stärken und die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten zu verringern.

Die Resultate basieren auf einer Umfrage, die Yougov Schweiz mit Online-Interviews unter den Mitgliedern des unternehmenseigenen Schweizer Yougov Panels durchgeführt hat. Dafür wurden zwischen dem 15. und 27. Juli 1229 Personen in einer repräsentativen Stichprobe, quotiert nach Alter, Geschlecht und Sprachregion, befragt.

(AWP)