Die Initiative, über die am 27. September abgestimmt wird, habe nicht die erhoffte «dringend nötige, breite Diskussion über die Zukunft des Schweizer Ernährungssystems lanciert», teilte Pro Natura am Montag mit.
Tamedia hatte zuvor berichtet heute, dass Pro Natura, Greenpeace und Vier Pfoten ihre Unterstützung der Ernährungsinitiative zurückgezogen haben. Der Rückzug der Organisationen sei schwierig zu verstehen, wurde Initiantin Franziska Herren zitiert.
Pro Natura will sich, wie es auf Anfrage von Keystone-SDA hiess, im Rahmen der Agrarpolitik weiterhin konstruktiv und tatkräftig für tragbare Tierbestände, weniger Pestizide und ein Ernährungssystem einsetzen, das mit sinnvollen Anreizen arbeite.
Die Stossrichtung der Initiative sei aus Tierschutzperspektive grundsätzlich unterstützenswert, teilte vier Pfoten auf Anfrage mit. Vier Pfoten setze sich aber aktuell mit verschiedenen politischen Massnahmen, konkreten Projekten und Kampagnen für einen besseren Tierschutz und die Verbesserung der Lebensbedingungen von Tieren ein und wolle sich «nicht aktiv zur Initiative äussern».
Die Volksinitiative «Für eine sichere Ernährung - durch Stärkung einer nachhaltigen inländischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und sauberes Trinkwasser (Ernährungsinitiative)» will die Verfassung ergänzen. Namentlich fordert sie, dass der Bund einen Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent anstrebt und entsprechend eine vermehrt auf pflanzliche Lebensmittel basierende Ernährungsweise fördert. Darauf müsste sich die Land- und Ernährungswirtschaft ausrichten, und auch Subventionen müssten entsprechend gestaltet werden. Erreicht werden müssten diese Ziele innerhalb von zehn Jahren.
(AWP)
