Die Vereinten Nationen haben sich vor elf Jahren in der Agenda 2030 insgesamt 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Ebene gegeben. Sie gelten weltweit - zu den Zielen gehören ein Ende der Armut und des Hungers, sauberes Wasser und saubere Energie, aber auch menschenwürdige Arbeit, hochwertige Bildung, Klimaschutz und Frieden.

Finanzierungslücke von vier Billionen US-Dollar

Grund für den fehlenden Fortschritt in manchen Bereichen sei vor allem eine Finanzierungslücke von vier Billionen US-Dollar. Die Entwicklungshilfe sei im Jahr 2025 um 23 Prozent drastisch gesunken - der stärkste jemals verzeichnete jährliche Rückgang.

Konkret seien etwa die Fortschritte bei der Beseitigung der extremen Armut ins Stocken geraten. «Die weltweite Quote liegt im Jahr 2026 bei 10 Prozent - nur drei Prozentpunkte unter dem Durchschnittswert von 2015», hiess es in dem Bericht.

Globale Krisen behinderten den Fortschritt zu einem Leben ohne Hunger - darunter etwa der Iran-Krieg und die damit verbundene Einschränkung des Schiffverkehrs in der für die Welternährung wichtigen Strasse von Hormus. Hunger und Ernährungsunsicherheit seien seit 2021 zwar zurückgegangen, liegen aber weiterhin über dem Niveau von 2015. Kürzungen gefährdeten zudem jahrzehntelange Fortschritte in der globalen Gesundheit.

Ziele weiterhin erreichbar

Deutliche Fortschritte habe man etwa beim Thema Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene erreicht. 92 Prozent der Weltbevölkerung hätten nun Zugang zu Elektrizität. Die Erfolge belegten, dass Fortschritt möglich sei, «wenn politischer Wille, Investitionen, Innovation und internationale Zusammenarbeit zusammenkommen».

Zudem gingen Kinderehen zurück, ebenso in einigen Ländern die weibliche Genitalverstümmelung, die Fortschritte seien jedoch ungleichmässig verteilt. So würden in Subsahara-Afrika und Südasien weiterhin 31 Prozent und 25 Prozent der jungen Frauen bereits im Kindesalter verheiratet. Arbeitslosigkeit sei historisch niedrig, sichere Arbeit bleibe aber weiterhin für viele unerreichbar.

Die Ziele seien nach wie vor erreichbar, «wenn wir uns entschliessen, mit grösserer Dringlichkeit, in grösserem Massstab sowie mit mehr Solidarität und Entschlossenheit gemeinsam zu handeln», sagte die stellvertretende UN-Generalsekretärin Amina J. Mohammed in New York. «Doch diese Entscheidung muss jetzt fallen.»/apo/DP/he

(AWP)