«Ein solches Blutbad, nur wenige Stunden nach der Vereinbarung eines Waffenstillstands mit dem Iran, ist kaum zu fassen. Es setzt den fragilen Frieden, den die Zivilbevölkerung so dringend braucht, enorm unter Druck», warnte Türk.

Grossangriff Israels im Libanon

Ungeachtet der Waffenruhe im Iran-Krieg hatte Israels Luftwaffe überraschend einen Grossangriff auf Ziele im Libanon geflogen, darunter auch in der Hauptstadt Beirut. Dabei wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mehr als 180 Menschen getötet und Hunderte verletzt.

Nach Angaben des israelischen Militärs galt der Angriff der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz. In einer Mitteilung der Hisbollah hiess es dagegen, die Angriffe hätten Zivilisten im gesamten Libanon gegolten.

Prinzipien des humanitären Völkerrechts nicht verhandelbar

«Das humanitäre Völkerrecht legt eindeutig fest, dass Zivilisten und zivile Infrastruktur geschützt werden müssen», betone Türk. «Diese Prinzipien sind nicht verhandelbar und müssen stets eingehalten werden, unabhängig von den Umständen eines bewaffneten Konflikts.» Er forderte umgehende unabhängige Untersuchungen.

Die internationale Gemeinschaft müsse rasch handeln. «Die Bemühungen um Frieden in der gesamten Region werden unvollständig bleiben, solange das libanesische Volk unter anhaltendem Beschuss lebt, gewaltsam vertrieben wird und in Angst vor weiteren Angriffen lebt.»/cab/DP/he

(AWP)