An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an. Die Commerzbank-Aktie lag nach der Mitteilung vom Nachmittag mit rund 1,8 Prozent im Plus bei 37,66 Euro. Für die Unicredit-Aktie ging es um 1,4 Prozent aufwärts.

Mit ihrem freiwilligen Übernahmeangebot vom Mai vermeidet die Unicredit, ein deutlich teureres Pflichtangebot für alle Commerzbank-Aktien abgeben zu müssen. Statt Geld bietet die Grossbank für jedes Commerzbank-Papier 0,485 Unicredit-Anteile. Das ist auf Basis der jüngsten Schlusskurse weniger, als man für eine Commerzbank-Aktie derzeit an der Börse bekommt. Zusätzlich verfügt die Unicredit über Finanzinstrumente, mit denen sie auf eine Menge weiterer Commerzbank-Aktien zugreifen kann.

Die Unicredit hatte im September 2024 einen Aktienverkauf des Bundes genutzt, um in grossem Stil bei der Commerzbank einzusteigen. Schnell etablierten sich die Italiener als mit Abstand grösster Einzelaktionär der zweitgrössten deutschen Privatbank vor dem deutschen Staat.

Unicredit-Chef Andrea Orcel wirbt für die Vorzüge grösserer Banken und erhöhte am 5. Mai mit einem freiwilligen Kaufangebot für sämtliche Commerzbank-Aktien den Druck. Management, Betriebsrat und Belegschaft der Commerzbank lehnen das aus ihrer Sicht «feindliche» Vorgehen von Orcel ab./stw/als/DP/stw

(AWP)