In den USA war die Beschäftigtenzahl im Mai deutlich stärker gestiegen als erwartet. An den Finanzmärkten wird mittlerweile ganz überwiegend damit gerechnet, dass die US-Notenbank Fed bis zum Jahresende um 0,25 Prozentpunkte anheben wird. «Wir halten diese Interpretation der heutigen Arbeitsmarktdaten für übertrieben», schreiben die Experten der Dekabank. «Einen unmittelbaren Preisdruck, den man geldpolitisch begegnen müsste, kann man aus den Daten nicht ableiten.»
Die gesunkenen Ölpreise belasteten den Anleihemarkt am Freitag nicht. Eine Einigung zwischen den USA und dem Iran ist schliesslich weiterhin nicht in Sicht. Die Ölpreisentwicklung hatte zuletzt Inflationsgefahren geschürt. In den USA kommt eine weiterhin robuste Wirtschaft hinzu, die sich ebenfalls inflationär auswirkt.
«Die US-Wirtschaft dürfte weiter vergleichsweise gut durch die globale Energiekrise kommen», schrieb Christoph Balz, Volkswirt bei der Commerzbank. Sie profitiere weiterhin von den sehr günstigen Finanzierungsbedingungen, dem Impuls seitens der Finanzpolitik und der Tatsache, dass die USA Nettoenergieexporteur seien. Allerdings würden die Verbraucher durch die hohe Inflation belastet./jsl/he
(AWP)
