Der Leitzins bleibt in der Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent - und damit auf dem höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren. Laut HQ-Trust-Chefökonom Michael Heise tut die Notenbank «gut daran, in dem volatilen Umfeld eine ruhige Hand zu bewahren.» Heise zufolge ist es auch im Dezember sehr wahrscheinlich, dass die Daten keine Zinserhöhung nahelegen.

Bei der Gratwanderung der Fed bestehe auf der einen Seite das Risiko, mit einer zu straffen Politik eine harte Landung der Wirtschaft herbeizuführen, während eine zu laxe Politik die Inflation wiederbeleben könne. «In der Abwägung spricht vieles für den mittleren Weg der Notenbank», so Heise. Würde bei den Zinsen noch eine Schippe draufgelegt, wäre die Rezessionsgefahr angesichts der schon restriktiven Finanzierungsbedingungen äusserst hoch.

Etwas gestützt wurden die Anleihekurse zuvor schon durch die Pläne für die Neuemissionen von US-Staatsanleihen durch das Finanzministerium. Der geplante Anstieg fiel etwas geringer aus als von Ökonomen erwartet. Dies ging aus dem am Mittwoch veröffentlichen Anleihe-Emissionsplan für dieses Quartal hervor. Das Finanzministerium will in der kommenden Woche Anleihen im Umfang von 112 Milliarden US-Dollar platzieren. Volkswirte hatten mit insgesamt 114 Milliarden Dollar gerechnet.

Zuvor hatten auch schwach ausgefallene US-Konjunkturdaten im Fokus gestanden. So hat sich dort die Stimmung in der Industrie im Oktober merklich eingetrübt. Der viel beachtete Einkaufsmanagermanagerindex ISM signalisiert einen Rückgang der Aktivität. Zudem ist die Beschäftigtenzahl in der Privatwirtschaft laut dem Arbeitsmarktdienstleister ADP im Oktober weniger stark gestiegen als erwartet. Der Arbeitsmarktbericht der US-Regierung wird am Freitag veröffentlicht./tih/he

(AWP)