Die Hoffnung auf Fortschritte im Nahen Osten stützte die Kurse. Israel plant offiziellen Angaben zufolge, direkte Verhandlungen über friedliche Beziehungen mit dem verfeindeten Libanon aufzunehmen. Nach den wiederholten Bitten des Nachbarlandes habe der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Mittwoch das Kabinett angewiesen, die Gespräche «so bald wie möglich» zu beginnen, hiess es in einer Mitteilung seines Büros am Donnerstagabend. Die Ölpreise gaben danach vorherige Aufschläge teilweise wieder ab.
Das militärische Vorgehen von Israel gegen den Libanon und die vom Iran unterstützte Hisbollah hatten zuvor das Abkommen zur Waffenruhe im Iran-Krieg infrage gestellt und die Anleihekurse belastet. Teheran wiederum besteht darauf, die Urananreicherung fortzusetzen, was den Interessen Israels und der USA zuwiderläuft. Kontroversen gibt es zudem um die Öffnung der Strasse von Hormus für den Schiffsverkehr. Die Unsicherheit bleibt also hoch. Entscheidend dürfte die weiterhin die Entwicklung der Ölpreise sein, da sie die Konjunktur- und Inflationserwartungen bestimmen.
Die am Nachmittag veröffentlichten Konjunkturdaten aus den USA bewegten den Anleihemarkt kaum. Die Daten fielen überwiegend enttäuschend aus. So sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche stärker gestiegen als erwartet. Die Einkommen und Ausgaben der privaten Haushalte blieben im Februar hinter den Erwartungen zurück. Zudem ist die US-Wirtschaft im dritten Quartal weniger gewachsen als erwartet./jsl/he
(AWP)
