Die US-Industrie hat nach Ausbruch des Iran-Krieges mehr Aufträge eingesammelt als erwartet. Die Bestellungen für langlebige ‌Güter - ⁠von Haushaltsgeräten bis hin zu Flugzeugen - legten im März ⁠zum Vormonat um 0,8 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Mittwoch mitteilte. Von ‌der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten ein ‌Plus von 0,5 Prozent erwartet. ​Im Februar hatte es nach revidierten Daten 1,2 Prozent weniger Bestellungen gegeben als im Vormonat. Zunächst war von minus 1,3 Prozent die Rede gewesen.

«Die Zahlen für März stammen aus der ‌Anfangsphase des Iran-Kriegs, sollten aber angesichts des anhaltenden Konflikts am Persischen Golf keinen nachhaltigen Einfluss auf das Marktgeschehen haben», wie Ökonom ​Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) meint. Dies ​gelte auch vor dem Hintergrund der ​anstehenden Zinsentscheidung in den USA.

Die US-Notenbank Federal Reserve entscheidet am Abend (20.00 MESZ) ‌wieder über den geldpolitischen Schlüsselsatz - womöglich zum letzten Mal unter Leitung von Fed-Chef Jerome Powell, der regulär im Mai aus dem ​Amt ​scheidet. Die Fed wird ⁠ihre Leitzinsen nach Ansicht vieler Experten zum ​dritten Mal in ⁠Folge unverändert lassen. US-Präsident Donald Trump drängt die unabhängige Zentralbank ‌immer wieder zu niedrigeren Zinsen. «Ein wichtiges Argument gegen eine Zinssenkung dürfte die jüngste Preisentwicklung sein», sagt Commerzbank-Experte Bernd Weidensteiner. ‌Er verweist darauf, dass die Inflationsrate ​im März wegen des massiv höheren Ölpreises deutlich gestiegen ist.

(Reuters)