Trump und al-Saidi bestätigten mit den Aussagen einen bereits bekannten Zeitrahmen für den seit Jahren diskutierten Schritt. Die Zahl der US-Truppen wurde in vergangenen Monaten bereits verringert. Im Januar verliessen die US-Soldaten den wichtigen Stützpunkt Ain al-Assad vollständig und übergaben dort die Kontrolle an die irakischen Sicherheitskräfte.

Zuvor waren nach US-Angaben rund 2.500 ihrer Soldaten in dem Land im Einsatz. Nach dem Abzug von Ain al-Assad verblieben die US-Truppen noch in Erbil in der Kurdenregion, an einem Stützpunkt in Nähe des Flughafens von Bagdad und im Regierungsviertel der Hauptstadt, bekannt als Grüne Zone.

US-Abzug und parallel Entwaffnung von Milizen

Al-Saidis Regierung knüpft den geplanten US-Abzug an die Entwaffnung von Milizen, die im Irak grossen militärischen und politischen Einfluss haben und die in unterschiedlichen Mass vom Iran unterstützt werden. Bis zum 30. September soll diese Entwaffnung abgeschlossen sein - eine enorme Herausforderung, weil die mächtigsten Milizen im Land den Schritt ablehnen. Die bewaffneten Gruppen hätten nach diesem Datum kein Existenzrecht mehr, sagte al-Saidi.

Die USA starteten 2014 im Irak und im benachbarten Syrien eine internationale Koalition zum Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Der Einsatz begann, nachdem der IS dort grosse Gebiete überrannt hatte. Der IS gilt als militärisch besiegt, in beiden Ländern sind aber weiterhin IS-Kämpfer aktiv, die auch Anschläge verüben. Das US-Militär bombardiert im Irak weiterhin Ziele des IS wie auch der mit Teheran verbündeten Milizen im Zuge des Iran-Kriegs.

Die USA waren 2003 in den Irak einmarschiert. Der Militäreinsatz führte zum Sturz des damaligen Machthabers Saddam Hussein. Zeitweise waren mehr als 160.000 US-Soldaten im Irak stationiert. Nach ihrem Abzug 2011 blieb nur ein kleines Truppenkontingent zurück, das mit dem Kampf gegen den IS aber wieder erhöht wurde. Vor allem die mit dem Iran verbündeten Milizen und politischen Kräfte im Land fordern schon lang den vollständigen Abzug der Amerikaner.

Viel Lob von Trump für al-Saidi

Trump lobte seinen Gast als «grossartige Führungsperson». Schon bei der Begrüssung al-Saidis am Weissen Haus hob er hervor: «Dieser Mann hat gerade eine wichtige Wahl gewonnen. Sie werden sehr gut repräsentiert», sagte er über die irakische Bevölkerung.

Al-Saidis Besuch bei Trump ist seine erste offizielle Auslandsreise, seit er im Frühjahr das Amt des irakischen Ministerpräsidenten übernommen hat. Ein Fakt, der die Bedeutung der USA für den Irak unterstreicht. Der Geschäftsmann al-Saidi war zuvor in der Politik ein weitgehend unbekanntes Gesicht./jot/DP/men

(AWP)